Du stehst im Gebrauchtwarenladen und findest genau das, wonach du gesucht hast: einen Wasserkocher, ein Spielzeugauto für einen Kindergeburtstag oder ein Ladegerät, das noch prima aussieht. Für ein paar Euro nimmst du es gerne mit. Völlig richtig. Nur gibt es heutzutage eine Sache, auf die wir ein klein wenig besser achten. Immer mehr Produkte, die einst über günstige Webshops gekauft wurden, landen schließlich auf Second-Hand-Plattformen und in Gebrauchtwarenläden. Dadurch weiß man als Käufer nicht immer mehr, woher ein Produkt ursprünglich stammt und ob es überhaupt den europäischen Sicherheitsregeln entspricht. Deshalb lautet der Tipp oft: Achte auf die CE-Kennzeichnung. Nur hat das Ganze einen Haken. Es gibt nämlich auch eine chinesische Variante, die fast genauso aussieht. Also verwirrend.
Warum es wichtig ist, auf die CE-Kennzeichnung zu achten
Es besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass Sie das ‘gute’ CE-Kennzeichen schon hunderte Male gesehen haben, ohne darüber nachzudenken: auf Ihrem Telefonladegerät, einem Wasserkocher oder Spielzeug. Für viele Produkte dieser Art ist eine solche Kennzeichnung vorgeschrieben, bevor sie in Europa verkauft werden dürfen. Mit dem CE-Logo (Europäische Konformität) erklärt der Hersteller, dass das Produkt den europäischen Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltvorschriften entspricht. Aber Achtung: Es gibt auch ein ‘China Export’-Logo, das ihm verdächtig ähnlichsieht. Und genau da kann es schiefgehen. Denn immer mehr Produkte von Webshops wie Temu, SHEIN, AliExpress und Wish tauchen inzwischen in Secondhandläden und auf Plattformen wie Vinted auf. Dadurch ist es schwieriger geworden zu erkennen, woher ein Fundstück aus zweiter Hand ursprünglich stammt und ob ein Produkt für den europäischen Markt bestimmt ist. Der Tipp ist daher einfach: Überprüfen Sie bei Produkten, für die eine CE-Kennzeichnung vorgeschrieben ist, immer kurz das Logo. Aber ja, dann muss man das Logo natürlich auch erkennen können.
Versteht uns nicht falsch: Ein Produkt, das in China hergestellt wurde, ist wirklich nicht per Definition ein schlechtes Produkt. Mehr noch, die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass ihr diesen Artikel auf einem Telefon lest, das ebenfalls in China hergestellt wurde. Sehr viele bekannte Marken produzieren dort und erfüllen einfach die europäischen Regeln. Es geht vor allem um spottbillige Produkte, die direkt über einige Webshops gekauft werden und später ein zweites Leben bei euch als Secondhand- oder Vinted- oder Kleinanzeigen-Fan bekommen. Als zweiter Eigentümer wisst ihr oft nicht mehr, woher so ein Produkt stammt. Und das ist ziemlich besorgniserregend, denn aus Untersuchungen unter anderem des Verbraucherverbandes geht hervor, dass gerade bei einem Teil dieser Art von Produkten regelmäßig etwas nicht stimmt. So erfüllten viele untersuchte Produkte jener chinesischen Webshops nicht die europäischen Sicherheitsregeln und ein Teil erwies man sich sogar als direkt gefährlich. Man denke an Spielzeug mit Erstickungsgefahr, USB-Ladegeräte, die überhitzen, oder Sachen (auch Spielzeug) mit zu vielen schädlichen Stoffen. Das sind Sachen, die ihr wahrscheinlich niemals bewusst kaufen würdet, die ihr aber sehr wohl unbemerkt gebraucht mitnehmen könnt, weil ihr denkt, dass ihr einen gebrauchten Fund ein qualitatives Produkt von einem zuverlässigen Geschäft in den Händen habt. Wollt ihr darüber mehr wissen? Wir haben zuvor bereits ausführlich darüber geschrieben die Risiken dieser Art von Produkten.

Quelle: RVO.nl.
Auch interessant: giftige Fast-Fashion-Kleidung.
So erkennen Sie die echte CE-Kennzeichnung
Zweifelst du, ob du eine echte CE-Kennzeichnung siehst? Keine Sorge, du bist nicht allein. Wir mussten auch zweimal hinsehen. Der Teufel steckt im Detail. Buchstäblich in diesem Fall. Der Unterschied ist klein und deshalb leicht zu übersehen. Speichern Sie diese Seite oder machen Sie einen Screenshot von dem Bild oben. So können Sie die Logos einfach vergleichen, wenn Sie Secondhand einkaufen. Shoppen Sie online? Dann bitten Sie den Verkäufer um ein Foto des Logos. Worauf können Sie achten?
- Prüfen Sie, ob eine CE-Kennzeichnung vorgeschrieben ist (dies gilt nämlich nicht für alle Produkte). Spielzeug, Elektronik, Ladegeräte und viele Haushaltsgeräte müssen eine CE-Kennzeichnung haben, bevor sie in Europa verkauft werden dürfen.
- Erwischt? Schauen Sie genau auf den Abstand zwischen den Buchstaben. Bei der offiziellen CE-Kennzeichnung ist deutlich mehr Platz zwischen dem C und dem E. Bei dem Logo, das oft als ‘China Export’ bezeichnet wird, stehen die Buchstaben viel näher beieinander.
- Zweifelst du immer noch? Nutze Google Lens. Mache ein Foto oder einen Screenshot von dem Produkt und schau, wo es noch verkauft wird und was der Originalpreis ist (oder war). Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie Google Lens beim Second-Hand-Shopping nutzen.
- Schau über das Logo hinaus. Eine CE-Kennzeichnung ist eine gute erste Überprüfung, aber kein Qualitätsgütesiegel. Ist der Verkäufer unbekannt, fehlen wichtige Informationen oder ist ein Produkt auffällig billig? Dann ist es klug, noch etwas kritischer zu sein.
- Lassen Sie sich von ‘Made in China’ nicht abschrecken. Sehr viele zuverlässige Marken produzieren in China und entsprechen einfach den europäischen Regeln. Es geht nicht darum, wo ein Produkt hergestellt wurde, sondern ob es für den europäischen Markt bestimmt ist.
Secondhand-Shoppen macht natürlich nach wie vor riesigen Spaß. Lass dich davon vor allem nicht abschrecken. Sieh es einfach als einen zusätzlichen Grund, noch etwas genauer hinzusehen. Diese paar Sekunden können dir einen Fehlkauf ersparen. Und was vielleicht noch wichtiger ist: Du weißt sehr viel besser, was du dir ins Haus holst.
Quelle: Verbraucherverband, rvo.nl. Bildnachweis: thegreenlist.nl.



