Ein Thema, das Sie wahrscheinlich am liebsten mit einer Verbeugung vermeiden würden: Ihr eigener Abschied. Doch es ist wertvoll, innezuhalten und darüber nachzudenken. Denn die Langlebigkeit endet nicht mit dem Leben. Indem Sie Ihre Wünsche rechtzeitig mitteilen, geben Sie Ihren Angehörigen etwas, woran sie sich festhalten können, und vermeiden es, in einer emotionalen Zeit schwierige Entscheidungen zu treffen. Dieser Abschied kann auch nachhaltiger sein. Wir haben uns mit DELA zusammengesetzt, um herauszufinden, wie man eine Beerdigung umweltfreundlicher gestalten kann - vom Sarg bis zum Leichentransport und mehr.
Ein letzter grüner Gruß
In Zusammenarbeit mit DELA
Woran denken Sie, wenn Sie an eine nachhaltigere Bestattung denken? Oder vielleicht denken Sie lieber gar nicht darüber nach und vermeiden das Thema. Hup, weiter geht's mit dem Tagesgeschäft. Erkennbar... Dennoch ist es wertvoll, sich einen Moment Zeit zu nehmen, um darüber nachzudenken. Und das tun wir jetzt gemeinsam mit DELA. Schließlich gibt es überraschend viele umweltfreundlichere Entscheidungen zu treffen. Oft denkt man, dass man nachhaltiger handelt, wenn man sich für einen einfachen Sarg oder einen bescheidenen Blumenstrauß entscheidet. Aber es gibt so viel mehr. Von einem elektrischen Leichenwagen über ein Bestattungsregal bis hin zu umweltfreundlichen Trauerkarten. Doch zunächst die entscheidende Frage: Bestattung oder Einäscherung?
Was ist nachhaltiger: Bestattung oder Einäscherung?
Eine der ersten Entscheidungen ist: Beerdigung oder Einäscherung? Die traditionelle Bestattung ist für den Planeten schädlicher als beispielsweise eine elektrische Feuerbestattung. Andererseits kann ich mir auch vorstellen, dass Ihnen die Idee der Bestattung besser gefällt. Was dann? Selbst wenn Sie sich für eine Erdbestattung entscheiden, können Sie einen Unterschied machen, indem Sie etwas anderes wählen und dies in einem Dokument mit letzten Wünschen festhalten, damit Ihre Angehörigen es für Sie organisieren können. Ein unlackierter Holzsarg, ein Weidenkorb oder eine Grabplatte aus natürlichen Materialien ist zum Beispiel weniger umweltschädlich als ein traditionell gefertigter Sarg. Und auch ein natürliches Grabdenkmal, etwa ein Findling, ist eine nachhaltigere Wahl als ein traditioneller Grabstein aus Naturstein wie Granit oder Marmor.
Ein Grabstein... oder etwas anderes?
Die Wahl eines Grabsteins hat also auch Auswirkungen auf die Umwelt. Viele Grabsteine sind aus Granit - einem Naturstein, der Millionen von Jahren braucht, um zu entstehen. Nach der Räumung des Grabes landet ein solcher Stein oft als Schutt. Und kommt der Granit aus dem Ausland? Dann verursacht der Transport zusätzliche CO2-Emissionen. Die nachhaltigste Wahl im Moment? Kein Stein. Aber wenn Ihnen das nicht zusagt, gibt es schöne Alternativen wie einen kleinen Baum oder Strauch, ein hölzernes Andenken oder einen niederländischen Findling.


Ein Naturfriedhof und eine Bio-Urne aus verschiedenen Arten von Bio-Ton.
Naturfriedhof?
Bei unserem kurzen, gekünstelten Brainstorming über nachhaltigere Bestattungen fiel uns als erstes der Naturfriedhof ein. Aber was bedeutet das genau? Wir haben DELA gefragt. Ein Naturfriedhof ist eine Ruhestätte inmitten der Natur, z. B. in einem Wald oder einem Gutshof, wo die Gräber in die Landschaft integriert sind. In den Niederlanden gibt es derzeit 41 solcher Friedhöfe. Viele Menschen entscheiden sich für diese Friedhöfe, weil sie den Gedanken schön finden, nach dem Tod buchstäblich in die Natur zurückzukehren. Anstelle von Grabsteinen gibt es dezente Markierungen, wie eine Holzscheibe, einen Findling oder GPS-Koordinaten. Außerdem gelten besondere Regeln: Särge, Grabtafeln, Urnen und Kleidung müssen vollständig abbaubar sein, und synthetische Stoffe wie Nylon sind nicht erlaubt.‘
Wichtig zu wissen: Der Grad der Nachhaltigkeit von Naturfriedhöfen wird aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und diskutiert.
Sarg, Korb oder Grabtafel?
Was machen wir mit dem Sarg? Oder Moment, ist ein Sarg überhaupt notwendig? Sie haben es erraten, auch hier gibt es einige nachhaltigere Möglichkeiten. Särge oder Bestattungsbretter aus schnell wachsendem, heimischem Holz wie Pappel, Weide oder Fichte sind eine gute Wahl, wenn sie FSC-zertifiziert sind und ohne chemische Lacke, Leim oder Metall hergestellt werden. Ein Totenbrett mit Leichentuch ist etwas haltbarer als ein Sarg, weil es weniger Holz benötigt. Das Leichentuch, ein großes Tuch, in das der Verstorbene eingewickelt wird, kann aus natürlichen Materialien wie Rohbaumwolle hergestellt werden.
Und es gibt auch geflochtene Särge. Ein solcher Trauerkorb wird aus geflochtenem Schilf oder anderen Pflanzenstämmen wie Weidenzweigen hergestellt. Der Vorteil: Es muss kein Baum dafür gefällt werden. Oft werden Trauerkörbe und Palliative aus biologischem Anbau geflochten. Auch für die Polsterung können Sie eine nachhaltigere Wahl treffen. Aber Vorsicht: Ein Korb wird nicht von allen Krematorien akzeptiert. Sie haben es gelesen: Auch hier gibt es so viele verschiedene und damit bessere Möglichkeiten. Informieren Sie sich darüber und entscheiden Sie, welche Optionen Sie bevorzugen.
Pilzkiste?
Eine interessante Erfindung ist die Schleife Wohnkokon, auch Pilztruhe genannt. Dieser Sarg wird nicht hergestellt, er wächst und das dauert nur sieben Tage. Die Kiste besteht aus Myzel, dem Wurzelgeflecht von Pilzen, und baut sich in etwa 45 Tagen vollständig im Boden ab. Man füttert die Natur und wird wieder eins mit der Natur. Ein schöner Gedanke, finde ich.

Walk Living Cocoon, die Pilzbox, die sich in 45 Tagen vollständig auflöst.
Pappkarton?
OK, wie wäre es mit einer Pappschachtel? Das klingt auch nachhaltig. Wie bei jedem Material gibt es auch hier Vor- und Nachteile, erfahren wir von DELA. Pappe baut sich in der Natur recht schnell ab. Aber er darf nicht nass werden, eine Beerdigung im Regen ist also heikel. Außerdem ist eine Beerdigung in einem Pappsarg nicht möglich; man kann den Sarg nur am Tag selbst benutzen. Und auch nicht jedes Krematorium nimmt Pappsärge an. Kurzum: Ein Pappsarg ist eine schöne, nachhaltige Idee, aber in der Praxis vielleicht nicht die beste Option (vor allem in den eher regnerischen Niederlanden).
Bestattungsdruck: Papier oder digital?
Trauerkarten sind für viele eine wertvolle Geste - etwas Greifbares, etwas Persönliches. Möchten Sie diese verschicken? Dann der Tipp: Wählen Sie umweltfreundliches Papier und Tinte und halten Sie diesen Wunsch auch fest. Außerdem können Sie sich fragen: Soll sie per Post verschickt werden? Eine digitale Karte ist schneller, spart Papier und Transport und kommt immer pünktlich an. Vor allem, wenn Sie wissen, dass viele Menschen ihre Einladungen auf dem Handy lesen, ist eine digitale Karte auf jeden Fall eine Option, die Sie in Betracht ziehen sollten. Natürlich ist eine digitale Trauerkarte noch nicht üblich, aber wenn Sie das möchten, sollten Sie sich dafür entscheiden!
Mit (Trauer-)Verkehr etwas bewirken
Wenn man an eine Beerdigung denkt, denkt man zuerst an die Kilometer, die ein Leichenwagen zurücklegen muss, aber die tatsächlichen Kilometer (und damit Emissionen) sind viel höher. Vor allem der Besuchertransport - all die Autos, die an- und abfahren - hinterlässt einen erheblichen ökologischen Fußabdruck. Wenn Sie mit Ihrem letzten Gruß daran etwas ändern wollen, geben Sie an, dass Sie mit einem Elektrofahrzeug zu Ihrer letzten Ruhestätte gebracht werden möchten. Immer mehr Bestattungsunternehmen bieten elektrische Leichenwagen an. Das ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch angenehmer während des Trauerzuges - man steht nicht in den Abgasen und die Fahrt ist leiser und ruhiger.
Sie können auch aufzeichnen, wie Ihre Gäste zu Ihrer Beerdigung kommen sollen. Möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad? Oder vielleicht möchten Sie auf Ihrer Trauerkarte vermerken, dass die Gäste am liebsten gemeinsam zu Ihrer Beerdigung kommen. Jede Kleinigkeit hilft. DELA: ‘Oder Sie entscheiden sich für eine weniger offensichtliche Variante, wie z. B. einen Trauerzug. Bei einer Fußkutsche wird der Verstorbene zu Fuß begleitet. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern auch persönlich und friedlich. Vor allem für kurze Strecken kann ein Gehwagen sinnvoll sein: ein letzter Spaziergang als Moment des Abschieds.
Ein letzter Ratschlag der DELA: Halten Sie die Orte nahe beieinander. Wenn Sie das Bestattungsinstitut, das Krematorium und die Kaffeetafel oder die Getränke an einem Ort oder in unmittelbarer Nähe einplanen, können Sie wiederum die Kilometerzahl begrenzen. Sie können dies auch im Voraus aufzeichnen oder Ihren Angehörigen mitgeben, damit sie dies bei der Organisation Ihres Abschieds berücksichtigen können.
Blumen: schön, aber nicht immer nachhaltig
Blumen gehören zu einer Beerdigung, aber sie belasten auch die Umwelt - vor allem, wenn Blumen eingeflogen werden. Und wenn man bedenkt, dass viele Blumen unmittelbar nach einer Beerdigung weggeworfen werden. Das kann man auch anders machen, zum Beispiel mit einem Blumenband mit losen holländischen Blumen aus dem Freiland, mit Kunstblumen, die man mieten kann, oder mit der Bitte an alle Gäste, selbst eine Blume mitzubringen.


Blumen bei einer Beerdigung sind sehr persönlich. Viele Menschen haben ganz bestimmte Wünsche an sie. Diese Wünsche können auch nachhaltiger sein, indem man z. B. festhält, dass man lose Blumen statt Gestecke oder Blumen der Saison (wenn möglich) wünscht. Bildnachweis Sarg: Levroi Media.
Ein nachhaltigerer Abschied: Das Gesamtbild zählt
Kurz gesagt, bei einer nachhaltigeren Beerdigung geht es nicht um eine einzelne Entscheidung, sondern um das Ganze. Und das beginnt mit dem Bewusstsein. Legen Sie Ihre Wünsche fest - nicht nur für sich selbst, sondern vor allem für die Hinterbliebenen. Sie wollen es richtig machen. Und Sie können ihnen dabei helfen, indem Sie deutlich machen, was Sie für wichtig halten. Verwenden Sie zum Beispiel eine Checkliste für nachhaltige Bestattungen oder eine Wunschbuch. Auf diese Weise machen Sie den Abschied persönlich und verringern Ihren ökologischen Fußabdruck.
Bildnachweis: DELA, andere: Pilzkiste: Loop Biotech, Kiste mit losen Blumen (letztes Foto): Levroi Media.











