Spülen Sie manchmal etwas die Toilette hinunter, das eigentlich nicht in die Toilette gehört? Ein feuchtes Tuch, einen Tampon oder das letzte Stückchen Suppe? Die Toilette ist ein Teil des Abfallstroms, über den man normalerweise nicht nachdenkt. Bis es schiefgeht. Denn die Toilettenspülung scheint selbstverständlich zu sein, aber ein verstopfter Abwasserkanal ist eine echte Sauerei. Buchstäblich! Saskia war einen Tag lang mit den Kanalreinigern von Jansen unterwegs. Dank ihnen bleibt der Abwasserkanal sauber und wir können beruhigt weiter spülen. Na ja, wenn wir es ein bisschen normal behandeln. Denn in die Toilette gehören nur die drei P's: poo, pee und paper.
So verstopft die Kanalisation
In Zusammenarbeit mit der Waste Management Association
Ohne Kanalisation wäre unser tägliches Leben ein einziges schmutziges Durcheinander. Jeder weiß das, aber man denkt selten darüber nach. Wenn eine Verstopfung vorliegt, kann eine ganze Straße nicht mehr zur Toilette gehen. Der Müll sucht sich dann einen anderen Weg: nach oben! Oder über einen Gullydeckel auf den Bürgersteig. Nicht frisch und vor allem unsicher und ungesund. Denn wo soll das Abwasser hin, wenn es nirgendwo hin kann? Früher lief es buchstäblich auf die Straße - mit all seinen Folgen wie Cholera und anderen fiesen Krankheiten. Zum Glück verhindern moderne Abwasserkanäle dies.
Und doch machen wir alle regelmäßig Mist - ein lustiges Wortspiel. Schließlich geht in der Kanalisation viel schief, und wir haben einen großen Anteil daran. Wir spülen Unmengen von Feuchttüchern herunter, die oft Plastik enthalten. Diese lösen sich nicht auf, bleiben stecken und verursachen Verstopfungen. Wir haben bereits ausführlich über Feuchttücher geschrieben. Feuchte Hintern kosten den Staat jährlich rund 55 Millionen Euro, schätzt der Branchenverband Rioned. Nicht nur Kanalreiniger stoßen auf sie, sondern sie verstopfen auch die Filter von Kläranlagen. Ein Verbot dieser Plastik-Toiletten-Tücher? Eine gute Idee! Im Unterhaus gab es zwar eine Mehrheit, aber ein Antrag verhinderte leider die Verabschiedung des Verbots.
Auch (Frittier-)Fett ist ein großes Problem: Wenn man es in den Abfluss oder in die Toilette spült, ist es noch warm und flüssig. Aber in der kalten Kanalisation verfestigt es sich - und dann wird es zu einem klebrigen Klumpen. Damenhygieneprodukte wie Tampons und Damenbinden? Auch die gehören auf keinen Fall in die Toilette. Verstopfung garantiert!
Ganz zu schweigen von der Waschmaschine. Die Verwendung von viel Waschmittel scheint besonders sauber zu sein, aber das Gegenteil ist der Fall. Waschmittel, das sich nicht gut auflöst, sammelt sich in den Rohren und bildet zusammen mit Fett und Schmutz eine Art dicken Klumpen darunter. Diese Reste bilden einen Schleim, der langsam aber sicher die Rohre verstopft. Und manchmal wird dieser Schleim so hart, dass man ihn mit einem Schneidgerät lösen muss. Die Kanalreiniger dort haben sogar einen Spitznamen für die Verklumpung von Tüchern, Fett, Seife und Müll: ‘Schafe’. Keine Ahnung, warum? Wenn Sie die Bilder sehen, werden Sie es sofort verstehen. Dicke graue Klumpen, flauschig in der Konsistenz, aber alles andere als weich oder kuschelig.
Und das macht die Arbeit der Kanalreiniger ziemlich... unangenehm. Schließlich sind die Abwasserkanäle für drei Dinge gedacht: Kacke, Pisse und Papier. Und der Rest? Der bleibt irgendwo hängen. Oder er sammelt sich in Kurven und Ästen. Und wenn das Wasser nicht mehr abfließen kann, sitzt man buchstäblich in der Scheiße.



Die Reinigung des Abwasserkanals ist also eine große Aufgabe, denn wir spülen massenweise Dinge in die Toilette und das Waschbecken, die dort nicht hingehören. Das Bild rechts zeigt, wie so eine Verstopfung aussehen kann: Es ist ein Gewirr aus Tüchern und Fett (es heißt nicht umsonst ‘Schaf’, weil es wie ein Schafsfell aussieht). Sehen Sie sich hier den Videobericht über den Besuch an.
Baumwurzeln stören auch die Kanalisation
Nicht nur Wischtücher und Fette verursachen Elend in der Kanalisation. Auch Baumwurzeln sind notorische Übeltäter. Denn sie wachsen immer in Richtung Wasser - und damit auch in Richtung Abwasserrohre. Ein kleiner Riss im Rohr genügt: Wurzeln schlängeln sich hinein, wachsen weiter und machen ein Leck immer größer.
So halten wir die Kanalisation sauber!
Alle fünf bis sechs Jahre sollte jede Straße an der Reihe sein. Aber in manchen Vierteln - wo viel gebraten oder großzügig mit Reinigungsmitteln gespritzt wird - sind die Kanalreiniger alle zwei oder drei Monate wieder auf dem Bürgersteig. Da wird dann bei laufendem Wasserhahn gewischt‘, sagt Aram Jansen von Jansen Kanalreinigung. Wir fahren mit dem Kanalisationswagen zu einer Straße in Papendrecht, um zu sehen, wie die Kanalreinigung funktioniert.
Der Sprühschlauch dringt in den Abwasserkanal ein und bläst das Wasser kraftvoll nach vorne, so dass der gesamte Schmutz zurück zum Auto fließt. Dort wird er von einem dicken Schlauch aufgesaugt. Im Inneren des Reinigungswagens befindet sich ein großer Tank, der geschickt aufgeteilt ist: vorne das saubere Wasser zum Sprühen, hinten der aufgesaugte Schmutz und Schlamm. Das System filtert das angesaugte Abwasser sofort, danach wird das gereinigte Wasser wieder verwendet. So läuft alles in einem kontinuierlichen Kreislauf. Auch bei der Reinigung von Abwasserkanälen arbeiten wir also hart daran, nachhaltiger zu werden! Anstatt also jedes Mal neues Wasser zu verwenden, wird das angesaugte Abwasser vor Ort gefiltert und wiederverwendet. Das macht einen großen Unterschied. Denn früher hat man einfach Oberflächenwasser aus Gräben verwendet. Damals hielten wir das für normal, aber heute ist das ziemlich verrückt - vor allem jetzt, wo die Landwirte bei Trockenheit wegen des niedrigen Grundwasserspiegels kein Grabenwasser mehr verwenden dürfen. Dann erscheint es nicht logisch, Grundwasser für die Kanalreinigung zu verwenden. Zum Glück ist das nicht mehr nötig, dank der Recycling-Kombis: Lastwagen, die ihr eigenes Wasser immer wieder verwenden.
Um sicherzugehen, dass alles wirklich sauber ist, fährt auch ein spezieller Kamerawagen mit. Durch einen Kanaldeckel wird eine Kamera in die Kanalisation hinabgelassen, so dass die Bildschirme im Bus genau zeigen, ob der Schmutz auch wirklich weg ist. Auch schön: Der Bus fährt elektrisch. So bleibt es auch oberirdisch ein bisschen sauberer!
Stolz auf ihr stilles Kraftpaket
Der LKW, mit dem wir gefahren sind, ist (noch) nicht elektrisch, da das Fahrzeug dafür zu schwer ist. Jansen Sewer Cleaning untersucht jedoch, wie man diese Fahrzeuge in Zukunft auch elektrisch betreiben kann. Aber sie arbeiten schon jetzt an der Nachhaltigkeit: Ihr Prunkstück ist der allererste vollelektrische Gullyreiniger der Welt. Dieses Fahrzeug entleert Straßengullys. Das sind die Gruben entlang der Bürgersteige, in denen Regenwasser und Straßenschmutz landen. Früher wurde dies mit einem röhrenden Diesel-Lkw erledigt. Jetzt ist es eine flüsterleise Maschine, die gemeinsam mit Mercedes entwickelt wurde. Alles funktioniert digital: vom Betrieb bis zur Registrierung dessen, was aus den Gullys kommt. Diese Daten werden dann ausgewertet, um noch intelligenter zu arbeiten.
Einblicke in die Kanalisation in den Niederlanden!
Nicht jeder Abwasserkanal ist gleich. In den Niederlanden ist der Untergrund je nach Region sehr unterschiedlich - und das spiegelt sich auch in der Art und Weise wider, wie Kanäle gebaut werden. In Südholland, Gelderland und Nordbrabant arbeiten die Kanalreiniger mit unterschiedlichen Rohrtypen, Materialien und Bedingungen. In Nimwegen und Gorinchem gibt es sogar noch mittelalterliche Abwasserkanäle: gemauerte Bögen aus Ziegelsteinen, die über hundert Jahre alt sind und in Handarbeit hergestellt werden. Und sie sehen immer noch erstaunlich gut aus! Einige moderne Systeme sind in der Tat in einem schlechteren Zustand. Der Nachteil dieser alten Abwasserkanäle? Sie sind schwieriger zu reparieren. In Gorinchem gibt es sogar Häuser und Denkmäler, die auf ihnen stehen.
Auch der Boden spielt eine große Rolle. In der Utrechtse Heuvelrug ist der Sand trocken und stabil - ideal, sollte man meinen. Aber dort steht das Grundwasser unter den Abwasserkanälen. Und das lockt Baumwurzeln an. Ein kleiner Riss reicht aus, damit Haarwurzeln hineinwachsen können - mit allen Konsequenzen. In anderen Gebieten, zum Beispiel in der Nähe der großen Flüsse, gibt es Treibsand. Dort sinkt der Untergrund schnell ab, so dass auch die Abwasserkanäle absinken. Dann bleibt die Straße zwar sauber, aber die Rohre darunter verlaufen schief oder brechen ab. Für die Kanalreiniger ist es daher ein tägliches Rätsel und eine Herausforderung. Zum Glück sind sie heute mit intelligenten Techniken und Maschinen ausgestattet - ein großer Fortschritt gegenüber den alten Zeiten, als die Arbeit noch mit einem Kabel und einer Schaufel erledigt werden musste.
Der Kreislauf der Abwässer
Gibt es ein Recycling für das, was aus der Kanalisation kommt? Die kurze Antwort: Ja. Der Sand aus den Abwasserkanälen wird gereinigt und im Straßenbau wiederverwendet. Aber der Rest, wie die verklumpten Tücher und Fettklumpen, ist Restmüll. Dieser wird verbrannt und im besten Fall in Energie umgewandelt, zum Beispiel für Fernwärme.
So hält man die Kanalisation sauber!
Wenn wir alle nur Kacke, Pisse und Papier in die Toilette spülen würden, müssten die Kanalreiniger seltener ausrücken. Und auch die Kläranlagen hätten weniger Arbeit mit der Reinigung von verschmutzten Abwässern. Das ist gut für die Umwelt, den Geldbeutel und die frische Luft.
Möchten Sie weitere praktische Abfalltipps? TrashTalks ist die Plattform, die Abfall verständlich und unterhaltsam macht, mit praktischen Tipps und überraschenden Fakten. Folgen Sie ihnen auf Instagram Und werden Sie ein echter Abfallexperte zu Hause.
Verfolgen Sie mehr Abfallströme!
- Siehe auch: von gft zu Kompost!
- Siehe auch: Der Recyclingweg einer Pfanddose.
- Siehe auch: der Weg des Recyclings von Glas.
Quellen: NOS, NRC (14. Januar 2025), RTV Oost. Bildnachweis: thegreenlist.nl.











