Waschen Streifen mit Kunststoff, nicht umweltfreundlich.

Warum Wachsstreifen doch nicht so umweltfreundlich sind

Sie wurden als die grüne Alternative zum Flüssigwaschmittel entdeckt: Wäschestreifen. Leicht, kompakt und ohne Plastikflaschen. Doch in der grünen Welt wurde schon seit einiger Zeit gemurrt. Die Plastic Soup Foundation hat uns schon früher gewarnt, und nun bestätigt auch die Fernsehsendung Keuringsdienst van Waarde Der Verdacht: Das nachhaltige Versprechen klappert. Denn die Tücher entpuppen sich als gar nicht so plastikfrei, was auch immer die Verpackung behaupten mag. In Kläranlagen gibt es große Bedenken.

Was sind Wachsstreifen?

Wäschestreifen, auch Waschmitteltücher genannt, sind dünne, kompakte Blätter mit superkonzentriertem Waschmittel. Man legt sie mit der Wäsche in die Trommel der Waschmaschine (oder noch besser: in den Waschmittelbehälter) und sie ersetzen die vertraute Kugel aus Flüssigwaschmittel oder Pulver im Deckel. Sie lösen sich leicht im Wasser auf und versprechen, die Wäsche genauso sauber zu machen wie das altbekannte Waschmittel. Sie werden oft in hübschen kleinen Pappschachteln verkauft, was sie nicht nur praktisch macht, sondern auch viel leichter und kompakter als herkömmliche Flaschen. Dadurch nehmen sie beim Transport weniger Platz ein. Man muss kein Rechenkünstler sein, um zu verstehen, dass viel mehr Wäschestreifen in einen Lastwagen passen als all die Liter Waschmittel, die oft aus mehr als 90% Wasser bestehen. Unnötig. Weniger Transport bedeutet also weniger Luftverschmutzung UND weniger Kraftstoffverbrauch. Auch zu Hause sind sie von Vorteil: weniger Platz im Haus und weniger Abfall. Kurzum, wenn man den Herstellern Glauben schenken darf: eine kleine Wäschereirevolution und eine große grüne Schalter.

Und so begannen wir, auch mit ihnen zu waschen. Lange Zeit dachten wir, dass die Bedenken wegen des Plastiks in diesen Wäschestreifen nicht für die nachhaltigen Marken gelten, da diese behaupten, völlig plastikfrei zu sein. So stand es sogar auf der Verpackung. Nun, das stimmt nicht ganz... Jetzt wissen wir es besser.

Igitt! Wachsstreifen werden aus Kunststoff hergestellt

Die Redakteure von Keuringsdienst van Waarde ließ 13 verschiedene Waschstreifen testen, darunter auch Varianten von Marken, die sich als nachhaltig und plastikfrei präsentieren. Und was haben sie herausgefunden? Alle diese Streifen enthielten Polyvinylalkohol (PVA). Das ist ein Stoff, der in der Wissenschaft einfach unter die Rubrik Plastik fällt. Tatsächlich bestehen die Tücher im Durchschnitt aus etwa 60% dieses synthetischen Kunststoffs. Und er ist keineswegs immer aufgeführt, da die Hersteller nicht verpflichtet sind, alle Inhaltsstoffe aufzulisten. Diese Schlussfolgerung war also ein ziemlicher Schluck aus der Pulle, denn selbst diese ‘schönen’ grünen Waschstreifen sind nicht so nachhaltig, wie wir dachten. Ein Fall von Greenwashing? Nettes Wortspiel in diesem Fall. Urteilen Sie selbst.

Warum ist PVA in Wachsstreifen enthalten?

PVA wird benötigt, um dem Streifen seine Form zu geben. Aus Waschmittel allein kann man kein stabiles Tuch herstellen, das sich sauber abspenden lässt. Deshalb fügen die Hersteller PVA hinzu: Es ist wasserlöslich und lässt sich leicht zu einem dünnen, flexiblen Streifen verarbeiten. Sie kennen es vielleicht auch als die lösliche Schicht um Spülmaschinentabletten. Klingt praktisch, aber genau darin liegt das Problem. Denn obwohl sich PVA gut in Wasser auflöst, bedeutet das nicht, dass es verschwindet. Unter idealen Bedingungen - man denke an hohe Temperaturen, spezifische Enzyme und spezielle Bakterien - kann es abgebaut werden. Aber in unseren niederländischen Kläranlagen sind diese Bedingungen einfach nicht gegeben. Die Abwässer fließen innerhalb eines Tages durch relativ kalte Becken mit Standard-Mikroorganismen. Das ist viel zu kurz und nicht stark genug, um PVA wirklich abzubauen. Die Folge: Der Stoff löst sich auf, wird aber nicht abgebaut. Er verbleibt als gelöster Kunststoff oder möglicherweise als Mikroplastik in der Umwelt.

Dies ist nicht nur nach Ansicht von Kunststoffexperten besorgniserregend, sondern auch die Wasseraufbereitungsindustrie ist besorgt über den Kunststoff in diesen Waschstreifen. Mitglieder der Wasserverbände warnen, dass es einfach nicht machbar ist, für jeden neuen Stoff eine eigene Behandlungsstufe zu bauen. Sie plädieren dafür, an der Quelle anzusetzen, d. h. bei den Produkten selbst. Denn wenn selbst solche vermeintlich nachhaltigen Innovationen zur Plastikverschmutzung beitragen, dann kommen wir alle nicht weiter.

Wie kommt es, dass auf der Verpackung immer noch ‘plastikfrei’ steht?

Man sollte meinen, es sei ganz einfach: Wenn es Plastik enthält, kann man es nicht plastikfrei nennen. Doch auf den meisten Verpackungen von Waschmitteln steht genau das. Plastikfrei‘, ’biologisch abbaubar‘, ’kein Mikroplastik‘ - die Aussagen fliegen einem um die Ohren. Kombiniert mit einer Pappschachtel und einem frischen, grünen Look, weckt das schnell Vertrauen. Vor allem, wenn es sich um Marken handelt, die sich als nachhaltig und bewusst profilieren. Kein Grund zu zweifeln, könnte man sagen. Viele Menschen - auch wir - haben das einfach so hingenommen. Aber jetzt, wo sich herausstellt, dass diese Tücher größtenteils aus PVA bestehen - einem Kunststoff, der wissenschaftlich gesehen einfach unter Plastik fällt -, wirft das für uns immer noch Fragen auf. Wie kann es sein, dass Produkte wie diese sich als plastikfrei bezeichnen dürfen, obwohl sie es eindeutig nicht sind? Und wer kontrolliert das eigentlich?

Die kurze Antwort: weil es erlaubt ist. Solange sich ein Inhaltsstoff wie PVA in Wasser auflöst und damit unsichtbar wird, kann er nach den geltenden Vorschriften auf dem Etikett weggelassen werden. Und weil es sich auflöst, wird es von einigen Herstellern nicht mehr als Kunststoff betrachtet - obwohl es technisch gesehen einer ist. Das öffnet die Tür für Begriffe wie ‘plastikfrei’, ‘biologisch abbaubar’ und ‘frei von Mikroplastik’. Kurzum, eine geschickte Wortwahl im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen. Dass dies für viele Verbraucher irreführend ist, liegt auf der Hand.

Nach Ansicht von Experten ist dies ein Schlupfloch, das dringend geschlossen werden sollte. Denn wenn ein Produkt größtenteils aus Kunststoff besteht, sollte man das als Verbraucher wissen. Die Hersteller nutzen diese Unklarheit jedoch geschickt aus. Die Verpackung sieht grün aus, der Text spricht beruhigend zu Ihnen und nirgendwo steht, dass Sie damit eigentlich nur Plastik waschen. Einige Anbieter passen ihre Verpackungen inzwischen an, manchmal aus eigenem Antrieb, manchmal unter Druck. So entschied der Ausschuss für den Werbekodex kürzlich über die Behauptungen des Waschmittelanbieters Mother's Earth: Das Unternehmen darf nicht mehr mit Begriffen wie ‘plastikfrei’ oder ‘frei von Kunststoffen’ werben, weil PVA tatsächlich Kunststoff ist. Inzwischen hat das Unternehmen seine Verpackung geändert. Andere Marken waren diesem Urteil voraus und haben sich früher für andere Bezeichnungen entschieden. Sie können die gesamte Folge von Keuringsdienst van Waarde hier ansehen.

Wäschestreifen würden die Wäsche nicht richtig reinigen

Die Verbraucherverband war vorhin kritisch: Einige Wäschestreifen schnitten in ihrem Waschtest so schlecht ab, dass sie sagten, man könne mit Wasser allein noch bessere Ergebnisse erzielen. Selbst das am schlechtesten bewertete weiße Waschmittel im Test schnitt besser ab.

Ob Wachsstreifen auf Ihrer Liste für mehr Umweltfreundlichkeit stehen oder nicht

Aufgrund all dieser Informationen streichen wir die Wäschestreifen vorerst von unserer Liste der umweltfreundlicheren Produkte. Stattdessen entscheiden wir uns lieber für Flüssigwaschmittel oder Pulver von renommierten umweltfreundlichen Marken, die im grünen Supermarkt oder im Öko-Webshop erhältlich sind. In diesem Fall sollten Sie ein Produkt mit einem zuverlässigen Gütesiegel wählen, z. B. EcogarantieUmweltzeichen Nordischer SchwanEU-Umweltzeichen oder Ecocert. Das ist derzeit unser Wäschetipp. Und denken Sie daran: Beim Waschen machen andere Entscheidungen oft einen viel größeren Unterschied. Letztendlich liegt der größte Gewinn nicht in der Art des Waschmittels, sondern darin, wie Sie waschen: bei niedriger Temperatur, mit voller Trommel und im Ökoprogramm. Weitere nützliche Tipps können Sie in unserem Artikel über nachhaltiges Waschen nachlesen.

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Quellen: Isonomia.co.uk, Keuringsdienst van Waarde, Stiftung Plastiksuppe.

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Abbildung von Saskia Sampimon-Versneij

Saskia Sampimon-Versneij

Gründerin von thegreenlist.nl. Ihr Ziel: so viele Menschen wie möglich für ein nachhaltigeres Leben zu begeistern. Sas hat auch das Buch über nachhaltigen Lebensstil NIKS NIEUWS geschrieben.
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