Hanf ist eine echte Superpflanze. Wir hören Sie denken... Nein, wir meinen mit ‘Superpflanze’ etwas ganz anderes als das, woran Sie jetzt wahrscheinlich zuerst denken. Sie wird seit Tausenden von Jahren und auf viele verschiedene Arten verwendet. Aus Hanf lassen sich zum Beispiel Kleidungsstücke, aber auch Lebensmittel, Tee, Kosmetika, Baumaterialien und vieles mehr herstellen. Was genau ist Hanf? Was sind die Vorteile dieses Materials? Und warum ist es eine wirklich nachhaltige Superpflanze? Lesen Sie alles darüber in diesem Artikel!
Was genau ist Hanf?
Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Hanfpflanze ist auch als ‘Cannabis sativa’ bekannt. Der Ursprung dieser Pflanze liegt in China und Indien. Dort wird sie seit Tausenden von Jahren angebaut, um Textilien oder Seile herzustellen oder um sie zu Nahrungsmitteln zu verarbeiten. Über nomadische Völker gelangte die Pflanze nach Europa. Inzwischen wird Hanf überall auf der Welt angebaut. Auch in den Niederlanden. Glauben Sie, dass Sie mit Ihren Hanfsandalen heute ein echter Trendsetter sind? Weit gefehlt, das Mittelalter war Ihnen weit voraus!
Um noch einmal kurz auf die Hanfpflanze zurückzukommen: Sie ist eine sehr schnell wachsende Pflanze. In etwa hundert Tagen kann sie bis zu vier Meter hoch werden! Anbau und Ernte erfordern wenig Wasser und keine Pestizide oder gefährlichen Chemikalien. Das liegt daran, dass die Pflanze resistent gegen Bakterien und Pilze ist. Darüber hinaus sorgt die Pflanze für ein gutes Bodenleben. Ist ein Boden völlig ausgelaugt? Dann kann Hanf helfen, den Boden wieder zu beleben. Klingt nach einer perfekten Pflanze, nicht wahr?
Schließlich kennen Sie Hanf vielleicht hauptsächlich als Cannabis, Marihuana oder Unkraut. Das ist richtig, aber das ist eine andere Hanfpflanze. Die Sorte, über die wir in diesem Artikel sprechen, ist Industriehanf. Industriehanf hat keine psychoaktiven Wirkungen.


Die Hanfpflanze wächst schnell und braucht keine Pestizide. Man kann alles Mögliche aus ihr herstellen, zum Beispiel nachhaltige Kleidung.
Wofür wird das alles verwendet?
Eigentlich ist die bessere Frage: Wofür? Denn Hanf ist so unglaublich vielseitig, dass man aus ihm alles Mögliche machen kann. Außerdem kann die gesamte Pflanze verwendet werden, was ideal ist. Die Bastfasern der Hanfpflanze werden häufig als Dämmmaterial verwendet. Und natürlich für die Herstellung von Textilien. Daraus werden dann Kleidungsstücke wie Jacken oder T-Shirts hergestellt. Hanf kann auch zur Herstellung von Schuhen wie Sandalen oder Turnschuhen verwendet werden. Die Holzteile der Pflanze hingegen können für Baumaterialien verwendet werden.
Die Hanfpflanze liefert nicht nur Ballaststoffe, sondern auch Hanfsamen (sehr reich an gesunden Omega-3-Fettsäuren). Geschälte Hanfsamen sind köstlich in einem Smoothie oder über einem Salat. Sie können sie auch zum Backen von Brot verwenden, wie zum Beispiel ‘Das Cannabis-Brot’ von Le Pain Quotidien. Darüber hinaus können Hanfsamen auch zu Hanföl gepresst werden. Dieses Öl ist dann ein Bestandteil von Hautpflegeprodukten oder Shampoo. Und das ist noch nicht einmal alles! Kurzum: Hanf ist eine echte Superpflanze. Aber das war nicht immer so.
Die Rückkehr der Hanfpflanze
Bevor die Baumwolle im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert die Welt eroberte, wurde Hanf für zahlreiche Zwecke verwendet. Aus ihm wurden Segel und Seile für Schiffe, alle Arten von Kleidung und sogar Leinwände zum Malen hergestellt. Mit dem Aufkommen von billiger Baumwolle und Kunstfasern wurde Hanf langsam aber sicher vom Markt verdrängt. Darüber hinaus litt Hanf lange Zeit unter dem ‘Cannabis-Image’ und den strengen Drogengesetzen. In vielen europäischen Ländern war der Anbau von Hanf viele Jahre lang verboten. Und doch gibt es einen großen Unterschied zwischen dem Anbau von Hanf für Cannabis und dem Anbau von Hanf für Baumwolle, Baumaterialien, Lebensmittel und vieles mehr.
Inzwischen ist die Hanfpflanze glücklicherweise dabei, die Welt wieder zurückzuerobern. Und darüber sind wir sehr froh, denn dieser nachhaltige Werkstoff verdient mehr Aufmerksamkeit. Diese Superpflanze kann nicht nur nachhaltig angebaut, sondern auch nachhaltig (ohne Chemie!) verarbeitet werden. Kurzum: Wir brauchen die Hanfpflanze für eine nachhaltige Zukunft.
Hübsche Kleidung aus Hanf
Hanf ist nicht nur für (Sommer-)Kleidung geeignet, denn er ist wunderbar weich und atmungsaktiv. So bleibt sie länger frisch. Sie müssen sich also weniger Sorgen um (Schweiß-)Gerüche machen. Und noch ein großer Vorteil: Hanf ist dadurch auch für Allergiker ideal. Außerdem ist Hanf einfach ein sehr robustes Material, weshalb es oft länger hält als Baumwollkleidung. Hanfkleidung wird auch weicher, je öfter man sie wäscht (was aber keine Ausrede dafür ist, die Kleidung besonders oft zu waschen, denn dafür gibt es keinen Grund).
Die Zukunft des Hanfs
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Hanf zwar überall auf der Welt angebaut wird, die Herstellung von Kleidung aber heute hauptsächlich in China erfolgt. Das liegt ganz einfach daran, dass die Entwicklung in Europa aufgrund der strengen Gesetzgebung schon lange ins Stocken geraten ist. In China verfügt man derzeit über bessere Einrichtungen, wie z. B. gute Maschinen, um das Material zu verarbeiten. Natürlich hoffen wir, dass bald auch in Europa mehr Kleidung aus Hanf hergestellt wird. Bis dahin müssen wir akzeptieren, dass wir nicht immer sicher sein können, wie der Hanf angebaut, verarbeitet und produziert wird.

Textilien aus Hanf.
In diesem Artikel haben wir Ihnen die Hanfpflanze vorgestellt. Diese alte Superpflanze ist zum Glück wieder im Kommen. Und wie Sie gelernt haben: Hanf ist wirklich so viel mehr als nur ein Rohstoff für Kleidung oder Baumaterial. Werden Sie bald eine schöne Tasse Hanftee trinken? Guten Appetit!
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Quellen: Europäische Kommission, Universität Wageningen, Soul Stores. Bildnachweis: Hauptbild: Enecta Cannabis Extracts (Unsplash), Ryan Ancill (Unsplash), Mel Poole (Unsplash), Hanfpflanzen: Matteo Paganelli (Unsplash), Kleiderständer: Sam Lion (Pexels), Stoffe: Mel Poole (Unsplash).











