Puh, wir stehen am Beginn eines unruhigen neuen Jahres. Die Ukraine leidet immer noch unter einem schweren Krieg, das Drama im Nahen Osten ist noch lange nicht vorbei und Trump sorgt weltweit für Unruhe. Auch in den Niederlanden ist es alles andere als ruhig: Ein kompliziertes Wahlergebnis erschwert die Bildung und die Regierung ruft dazu auf, sich mit Notfallausrüstungen einzudecken. Es ist kein Krieg, aber es gibt auch keinen Frieden‘, heißt es. Und dann war da noch der Klimagipfel in Brasilien, der mit schönen Worten, aber ohne konkrete Vereinbarungen endete. In solchen Zeiten scheint die Nachhaltigkeit für eine Weile in den Hintergrund zu treten. Aber gerade dann entstehen oft die schönsten und kreativsten Lösungen. Wie jedes Jahr thegreenlist.nl voraus: Welche nachhaltigen Trends erwarten wir im Jahr 2026? Wir bleiben - trotz allem - optimistisch. Hier können Sie es lesen!
Die nachhaltigen Trends für 2026
Da hoffentlich bald ein neues Kabinett in Sicht ist, stellt sich vor allem die Frage, inwieweit die Klima- und Nachhaltigkeitspolitik bald Priorität haben wird. Auf jeden Fall scheinen die 2030-Ziele weiter entfernt denn je. In der Politik haben andere Themen - wie Sicherheit, Migration und Wohnen - eindeutig Vorrang. Und auch in finanzieller Hinsicht sind die Menschen vorsichtiger: Obwohl die Wirtschaft wächst, bleiben viele Haushalte bei ihren Ausgaben zurückhaltend. Unterdessen sind billige chinesische Webshops wie SHEIN und TEMU auf dem Vormarsch. Wir kaufen massenhaft Dinge von mittelmäßiger Qualität, benutzen sie kurz und werfen sie dann wieder weg. Auch die Secondhand-Läden schlagen Alarm: Sie sind überschwemmt mit ausrangierten Gegenständen, die sich kaum noch verkaufen lassen.
Und Nachhaltigkeit ist nicht nur bei den Verbrauchern aus dem Blickfeld geraten. Sie wird auch in den Chefetagen und im Fernsehen zurückgefahren. Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk werden Sendungen wie Abendkasse und Innen nach außen. In der Wirtschaft wurden Abteilungen für Nachhaltigkeit aufgelöst oder stark verkleinert, wie z. B. bei ABN AMRO, wo Dutzende von ‘grünen’ Stellen gestrichen wurden, etwas, das wir auch bei anderen Banken beobachten. Auch die KMU unternehmen weniger Schritte in Richtung Nachhaltigkeit: Laut CBS werden 2025 nur 64% der Unternehmen in diesen Bereich investieren, gegenüber 68% im Jahr zuvor. Vor allem in Sektoren wie dem Einzelhandel, dem Gastgewerbe und dem Dienstleistungssektor gerät die Nachhaltigkeit zunehmend in den Hintergrund.
Und doch gibt es Hoffnung. Gerade in diesen unsicheren Zeiten gibt es erstaunlich viele kreative Wege, um trotzdem nachhaltiger zu leben. Schließlich haben die Menschen nach wie vor das Bedürfnis nach Verbindung und Sinn. Kurz gesagt, sie wollen irgendwo dazugehören. Und das spiegelt sich in der Entstehung aller Arten von nachhaltigen Gemeinschaften wider. Von Tauschbörsen über Repair-Cafés bis hin zu kreisförmigen Nachbarschaftsnetzwerken: Ein grüneres Zusammenleben ist auf dem Vormarsch. Eine schöne Entwicklung und damit der erste Trend, den wir für 2026 ausgemacht haben.
Der Nachteil von Secondhand: Ihre alte Kleidung ist ein großes Geschäft
Wir haben immer gedacht: Second-Hand-Kleidung ist das go-to. Und lange Zeit war das auch so. Aber jetzt - unter anderem dank journalistischer Plattformen wie EenVandaag, Radar und Folgen Sie dem Geld - dass auch dieser Weg zu einem umweltschädlichen System geworden ist. Altkleider sind Großunternehmen. Handel, mit anderen Worten. Wenn Sie in einer Secondhand-Boutique eine schöne, ‘authentische’ Bluse oder eine gute Jeans sehen, stehen die Chancen gut, dass diese Kleidungsstücke bereits eine umweltschädliche Reise um die Welt hinter sich haben und nicht von einem Nachbarn oder Ex-Freund, der gerade seinen Kleiderschrank ausmistet, um die Ecke gebracht wurden.
Viele Altkleider, vor allem die, die man in Textilcontainer wirft, werden Teil einer internationalen Handelskette. Die Kleidung wird an Sortierunternehmen verkauft, in Freihandelszonen, zum Beispiel in den Vereinigten Arabischen Emiraten, gelagert und dann in Länder wie Pakistan verschifft, wo sie unter schlechten Arbeitsbedingungen von Hand sortiert wird. Was verkaufsfähig ist, reist manchmal - Tausende von Kilometern entfernt - als Vintage zurück nach Europa. Der Rest landet auf Märkten in Afrika oder in gigantischen Kleiderbergen, etwa in Ghana und Chile. Nach Angaben von Folgen Sie dem Geld verdreifacht sich der CO2-Ausstoß eines Kleidungsstücks, wenn es auf diesem Weg transportiert wird. Bei der Luftfracht sind die Emissionen sogar 12-mal höher. Mehr über die Nachteile von Kleidercontainern können Sie hier nachlesen.
Langsam aber sicher fällt der Groschen: Wir durchschauen das System. Und das führt langsam zu einer neuen Denkweise, auch außerhalb der grünen Blase: weniger Kleidung kaufen, weniger wegwerfen. Gleichzeitig wird deutlich, dass Teilen und Tauschen immer beliebter werden. Initiativen wie Die Kleiderschleife Das ist die perfekte Antwort: lokal, zirkulär und sozial. Eine Gemeinschaft also, da haben Sie es wieder.
Bio-Produkte rühmen Wellness-Hype
Ein gesunder Lebensstil ist schon seit Jahren ein Trend. Aber wir sagen voraus, dass er sich bis 2026 noch vertiefen und grüner werden wird. Immer mehr Menschen achten auf ihren Körper, treiben mehr Sport, wollen jung bleiben, Stress abbauen und achten mehr darauf, was sie essen. Diese Ausrichtung auf die Gesundheit wirkt sich zunehmend auf unseren Einkaufskorb aus. Neben weniger verarbeiteten Lebensmitteln entscheiden sich immer mehr Menschen für Bio-Lebensmittel, oft weil sie keine Pestizidrückstände auf ihrem Teller haben wollen. Dies ist auch auf die wachsende Aufmerksamkeit für die möglichen Auswirkungen von Pestiziden auf unsere Gesundheit zurückzuführen. Die Forschung bringt die langfristige Exposition gegenüber Pestiziden zunehmend mit Krankheiten wie Parkinson in Verbindung. In Frankreich wurde Parkinson sogar als Berufskrankheit bei Landwirten anerkannt. Auch in den Niederlanden nimmt die Debatte zu. Bio gewinnt also ein neues Image. Es ist schon lange nicht mehr nur etwas für Spinner oder Hippies. Feinschmecker, Es wird jedoch zunehmend als logische Wahl für diejenigen angesehen, die sowohl auf sich selbst als auch auf den Planeten achten wollen.
Low-Tech-Leben: weniger Bildschirm, mehr Ruhe
Von immer online Bewusst offline: Im Jahr 2026 gewinnt die Gegenbewegung an Schwung. Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst für ein Leben mit weniger Technik. Low-Tech-Leben, nennen wir es. Denken Sie an Menschen, die ihre Bildschirmzeit einschränken, soziale Medien pausieren, einen bildschirmlosen (Sonnen-)Tag einlegen oder am Wochenende ihr Smartphone gegen ein altmodisches Klapphandy austauschen. Nicht weil die Technik schlecht ist, sondern weil das Gleichgewicht nicht stimmt. Zum Glück werden auch die Eltern immer kritischer. Die niederländische Bewegung Smartphone-freies Aufwachsen setzt sich für einen klaren Ausgangspunkt ein: kein Smartphone unter 14 Jahren, keine sozialen Medien unter 16 Jahren. Sie sehen darin eine Möglichkeit, den Kindern Ruhe, Konzentration und echte Kontakte zurückzugeben. Auch in weiterführenden Schulen gibt es zunehmend strenge Smartphone-Richtlinien: zu Hause oder im Schließfach! Und es funktioniert. Die Lehrer signalisieren immer häufiger mehr Ruhe und mehr soziale Interaktion zwischen den Schülern. Ganz zu schweigen von den Warnungen des Eye Fund: Zu viel Bildschirmzeit erhöht das Risiko einer starken Kurzsichtigkeit, die später zu ernsthaften Augenproblemen führen kann.
Es scheint ein neuer Status zu werden: weniger Bildschirm, mehr Aufmerksamkeit. Papiertagebücher sind im Kommen Comeback, Bücher haben wieder Vorrang vor E-Readern, und am Tisch hat ein echtes Gespräch Vorrang vor der Gruppen-App. Es ist nicht Tech-Shaming, sondern eine Suche nach Ruhe, Konzentration und echter Verbindung.
KI: unverzichtbar, aber energiehungrig
Wir kommen in diesem Trendbericht nicht um sie herum: künstliche Intelligenz (KI). Tools wie ChatGPT, Copilot, Gemini und Midjourney machen unsere Arbeit effizienter, kreativer und manchmal sogar lustiger. Ob Sie nun Texte schreiben, entwerfen oder Ihre Grammatik überprüfen, KI ist heute fast unverzichtbar. Aber oef, all diese Rechenleistung verbraucht immer noch bizarre Mengen an Energie. Fakt ist: Eine einfache Google-Suche verbraucht etwa 0,3 Wattstunden Strom. Aber eine KI-Anfrage - etwa ein Text oder ein Bild über ein Sprach- oder Bildmodell - kann bis zu 10 Mal so viel Energie verschlingen. Nimmt man noch unser digitales Verhalten hinzu - Streaming, das Versenden von Apps, überquellende Posteingänge, Tausende von Fotos in der Cloud -, werden die negativen Auswirkungen auf die Umwelt schmerzlich deutlich.
Wir sagen vorerst keine KI-Diät voraus - dafür sind die Werkzeuge zu bequem und etabliert - aber wir erwarten ein wachsendes Bewusstsein dafür, wie verschwenderisch digitales Verhalten sein kann. Im Jahr 2026 wird sich dies allmählich in neuen Gewohnheiten niederschlagen: den Cloud-Speicher häufiger löschen, Mailboxen leeren, unnötige Videoanrufe auslassen. Manchmal reicht auch ein altmodischer Telefonanruf. Und das ist viel weniger belastend für den Planeten. Auch die großen Technologieunternehmen suchen nach Möglichkeiten, ihren enormen Energiebedarf zu senken. Google, Amazon und Microsoft investieren in effizientere Rechenzentren und erforschen sogar kontroverse Lösungen, wie z. B. eigene Atomkraftwerke, um den wachsenden Bedarf zu decken. Ob dies der Ausweg ist, bleibt abzuwarten - aber eines ist sicher: KI ist hier, um zu bleiben, Dadurch wird die Nachhaltigkeit unserer digitalen Welt dringender denn je.
Giftfrei leben: Transparenz im Badezimmer (und darüber hinaus)
Was tragen Sie eigentlich auf Ihre Haut auf? Im Jahr 2026 wächst die Gruppe der Menschen, die sich diese Frage ernsthaft stellt. Unter anderem dank der Forschung von Lauren Verster - die in ihren sozialen Netzwerken und in ihrem Podcast die Schönheitsindustrie gnadenlos entlarvt, wächst das Bewusstsein für die vielen obskuren und potenziell schädlichen Inhaltsstoffe in Körperpflegeprodukten. Stoffe, auf die die Haut vielleicht nicht direkt reagiert, die aber Fragen aufwerfen: über hormonschädigende Wirkungen, Mikroplastik und irreführende Angaben auf Etiketten. Die Bewegung für eine giftfreie Lebensweise will kurze, verständliche Inhaltsstofflisten, echte Transparenz und Produkte, die gut für Ihren Körper und die Erde sind. Und dieser Ruf wird immer lauter. Immer mehr Menschen entscheiden sich für natürliche Hautpflege, selbst hergestellte Produkte oder Marken, die wirklich offen sind.
Dieser kritische Blick beschränkt sich übrigens nicht nur auf Ihr Badezimmer. Auch bei anderen Produkten des täglichen Lebens stellen wir uns immer öfter die Frage: Was ist da eigentlich drin? Denken Sie an Kunststoff-Trinkflaschen, Spielzeug aus billigen chinesischen Webshops oder Kleidung, die bei jeder Wäsche Mikroplastik freisetzt. Die Rufe nach Fairness, Sicherheit und weniger Müll sind lauter denn je.
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Mehr nachhaltige Trends für 2026
Im Jahr 2026 sehen wir, wie die Menschen - trotz der Unruhen in der Welt - weiterhin nach Wegen suchen, bewusster zu leben. Von Low-Tech-Leben bis hin zu Bio-Lebensmitteln und von der Reduzierung von Kleidung bis hin zu weniger digitalem Abfall: Die Bewegung wächst. Und oft fängt es klein an. Eine bewusste Entscheidung hier, ein Gespräch dort, und ehe man sich versieht, gibt es eine Gemeinschaft, der sich große Gruppen anschließen. Denn gerade jetzt zeigt sich: Nachhaltigkeit ist nicht verschwunden, sie hat sich verlagert. Ins Wohnzimmer, in die Nachbarschaft, ins tägliche Leben. Kleine Entscheidungen mit großer Bedeutung. Haben Sie einen nachhaltigen Trend entdeckt oder etwas, das wirklich zu einem grüneren 2026 beiträgt? Lassen Sie es uns wissen. Wir sind neugierig, Ihre Geschichte zu hören!
Quellen: BNR.nl, NOS.nl, CBS.nl, EenVandaag, Radar, Folgen Sie dem Geld, medizinischerKontakt.nl, Augenfonds.nl, rtlnews.nl. Bildnachweis: Anne Mart Huizenga (links), Angela de Vlaming (Mitte und rechts).











