Der Osterstrauch erscheint jedes Jahr wieder: eine Vase voller Korkenzieherweidenzweige mit bunten Eiern daran. Gemütlich an Ostern, aber was macht man danach damit? Die meisten Leute werfen ihn weg. Schade, denn wenn man genau hinsieht, bemerkt man, dass diese Zweige nach ein paar Wochen im Wasser kräftige Wurzeln bekommen haben. Und ein Ast mit Wurzeln ist keine Dekoration mehr. Das ist einfach ein neuer Baum in spe.
Von der Weide zur eigenen Weide
Viele Osterzweige sind eigentlich Zweige einer Weide, oft einer Kätzchenweide. Und Weiden sind dafür bekannt, dass sie leicht Wurzeln schlagen. Stellt man einen solchen Zweig eine Weile ins Wasser, sieht man oft von selbst kleine Wurzeln sprießen. Habt ihr einen Garten? Dann könnt ihr den Zweig nach Ostern einfach in die Erde stecken. Wählt einen Platz, wo er Platz hat, denn Weiden wachsen schnell. Gebt ihm am Anfang ab und zu etwas Wasser und lasst die Natur weiter ihre Arbeit machen. Mit etwas Glück habt ihr innerhalb weniger Jahre eine schöne Weide, von der ihr jeden Frühling neue Osterzweige schneiden könnt. Das Schöne ist, dass so ein Baum oft viel mehr Zweige bekommt, als man selbst braucht. Große Chance also, dass auch Nachbarn, Freunde oder Familie zu Ostern ein paar Zweige davon schneiden können.
Bonus: Stelle Weidenwasser aus deinen Osterzweigen her
Ein Weidenzweig hat noch eine nützliche Eigenschaft. Man kann nämlich Weidenwasser daraus machen. Das ist ein natürliches Hilfsmittel, um Stecklinge besser wurzeln zu lassen. Normalerweise benutzen Menschen dafür Steckpulver (im Laden zu kaufen). Aber Weiden enthalten von Natur aus ein Pflanzenhormon, das das Wurzelwachstum anregt. Dieses Hormon ist auch einer der Wirkstoffe in vielen Steckpulvern. Außerdem enthält Weide Salicin. Das ist eine Substanz, die der Pflanze hilft, sich gegen Krankheiten zu verteidigen. Für Stecklinge kann das genau der zusätzliche Schub sein, der sie besser anwachsen lässt. Mit anderen Worten: Mit ein paar Weidenzweigen macht man eigentlich seine eigene natürliche Steckhilfe.
So machst du Weidenwasser selbst
Weidenwasser herzustellen ist einfach und kostet fast nichts. Schneiden Sie junge Weidenzweige in etwa 2,5 Zentimeter lange Stücke. Entfernen Sie die Blätter und geben Sie die Zweigstücke in ein Glasgefäß. Danach gibt es zwei Möglichkeiten, das Wasser herzustellen. Der schnelle Weg ist, kochendes Wasser über die Zweige zu gießen und das Ganze abkühlen zu lassen. Die langsamere, aber etwas nachhaltigere Art ist, Regenwasser zu verwenden und die Zweige 24 bis 48 Stunden einweichen zu lassen. Danach das Wasser abseihen. Ihr Weidenwasser ist nun fertig für den Gebrauch. Stellen Sie Ihre Stecklinge für ein paar Tage in dieses Wasser, bevor Sie sie in Blumenerde setzen. Viele Gärtner stellen fest, dass Stecklinge dadurch schneller Wurzeln bilden.


Wegwerfen ist schade und das gilt auch für deinen Osterzweig nach Ostern! Er kann ein prächtiger Baum in deinem Garten werden oder dir beim Wachstum deiner Stecklinge helfen!
So holen Sie das Beste aus Ihrem Osterzweig heraus
Kurz gesagt: Wirf deinen Osterzweig nach Ostern vor allem nicht sofort weg. Wenn du einen Garten hast, kannst du ihn pflanzen und ihn zu einer Weide heranwachsen lassen. Das liefert jahrelang neue Osterzweige. Wenn du dafür keinen Platz hast, kannst du den Zweig auch verwenden, um Weidenwasser für deine Stecklinge herzustellen. Ein einfacher Osterzweig erweist sich also als überraschend nützlich. Mit etwas Glück hast du nächstes Jahr nicht einen, sondern einen ganzen Baum voller neuer Osterzweige davon. Und das fühlt sich doch viel schöner an als ein Zweig in der Grünschachtel.
Das könnte Sie auch interessieren
- Siehe auch: Begin met de bijenboog!
- Siehe auch: Top zehn Lieblingsblumen von Bienen.
Quellen: Gartenberatung.nl. Bildnachweise: thegreenlist.nl (Hauptbild), Amanda Sniekers (sonstiges).



