Wie nachhaltig ist die Avocado?

Wie nachhaltig ist eine Avocado auf Ihrem Teller?

Die Avocado, wer kennt sie nicht? Dieser grüne Freund, auch ‘grünes Gold’ genannt, ist fester Bestandteil vieler Poké-Bowls, wird oft auf Toast serviert und ist die Hauptzutat des beliebten Dips Guacamole. Doch das fruchtige Gemüse hat ein schlechtes Image. Es soll ein großer Wasserfresser sein. Außerdem werden Avocados mit schlechten Arbeitsbedingungen und der Abholzung von Wäldern in Verbindung gebracht, und sie werden oft per Flugzeug nach Europa transportiert, was erhebliche Treibhausgasemissionen verursacht. Wie nachhaltig sind Avocados also wirklich? Und spielt es eine Rolle, woher Avocados kommen? Lauri hat sich auf den Weg gemacht, um das herauszufinden!

Der Lebensmittelfußabdruck einer Avocado

Wir Niederländer sind in kurzer Zeit zu großen Avocado-Fans geworden, wie mehrere Studien belegen. Im Durchschnitt essen wir etwa 12 pro Jahr. Und diese Zahl ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen, denn 2008 aßen wir drei Avocados pro Person. Das Aufkommen von Avocado-Toast hat sicher etwas damit zu tun. Leider hat die große Beliebtheit der Avocado auch negative Folgen: Sie führt zu Wasserknappheit in den Erzeugerländern. Um die wachsende Nachfrage zu befriedigen, werden immer mehr Wälder abgeholzt, um Avocado-Plantagen anzulegen. Ganz zu schweigen von der Avocado-Mafia in Mexiko....

Hier kommt unsere geliebte Avocado her

Avocados vertragen kein kaltes oder nasses Wetter, so dass sie hier in den Niederlanden leider nicht so gut gedeihen würden. Forscher der Wageningen University and Research (WUR) versuchen jedoch, das Gegenteil zu beweisen, und wer weiß, was die Zukunft bringt. Im Moment wachsen Avocados nur in Gebieten mit heißem und trockenem Wetter, zum Beispiel in Südafrika und Südamerika, aber auch etwas näher am Mittelmeer, in Spanien und Italien. Spanien war lange Zeit das einzige europäische Land, in dem Avocados angebaut wurden, aber 2019 kam Italien hinzu, wo im April die ersten Bäume gepflanzt wurden.

Den CBS-Daten zufolge importieren die Niederlande hauptsächlich Avocados aus Chile und Peru. Avocados aus Mexiko gehen hauptsächlich in die Vereinigten Staaten. Obwohl die Niederlande der zweitgrößte Importeur der Welt sind, liegt dies vor allem daran, dass ein großer Teil der Avocados über den Hafen von Rotterdam in andere europäische Länder weitertransportiert wird.

Die Umweltauswirkungen der Avocado hängen vom Erzeugerland und den Anbautechniken ab.

Avocado und Wasserverbrauch

Die Avocadoproduktion ist sehr wasserintensiv. Nach Angaben des RIVM werden für ein Kilo Avocados etwa 1.300 Liter Wasser benötigt. Das scheint viel zu sein, aber wir sollten nicht vergessen, dass alle unsere Lebensmittel Wasser brauchen, um zu wachsen. Und wenn wir das zum Beispiel mit Fleisch vergleichen, sehen wir schnell große Unterschiede. Hühnerfleisch braucht zum Beispiel 4.300 Liter pro Kilo, Schweinefleisch 6.000 Liter pro Kilo und Rindfleisch satte 15.500 Liter Wasser! Das bedeutet natürlich nicht, dass wir unbegrenzt Avocados essen sollten, denn der Avocadobaum ist zu Recht als großer Wasserfresser bekannt. Andere exotische Früchte brauchen viel weniger Wasser. Für ein Kilo Mangos braucht man etwa 370 Liter, für ein Kilo Bananen nur 84 Liter. Um das Ganze noch schwieriger zu machen: Es bleibt ein kompliziertes Rätsel. Denn der Wasserverbrauch hängt auch davon ab, wie viel Regen in einer Region fällt, welche anderen Kulturen dort angebaut werden, welche Rolle die Regierung spielt und wie das Wasser auf die Bewohner, Landwirte und Unternehmen verteilt wird. Es ist daher sehr schwierig, Regionen eins zu eins zu vergleichen.

Sind spanische Avocados nachhaltiger?

Ist es also besser, Avocados aus Spanien zu beziehen? Ja und nein. Avocados aus Spanien kommen natürlich aus der Nähe und müssen nicht mit dem Flugzeug transportiert werden, aber das Land verarbeitet und reexportiert auch Avocados aus anderen Gebieten. Daher ist nicht immer klar, ob Ihre spanischen Avocados wirklich aus Spanien stammen. Außerdem sind die klimatischen Bedingungen in Spanien auch nicht ideal. Es gibt nur wenige Gebiete, die dafür geeignet sind, wie Axarguia in Malaga und die Küste bei Granada. Und auch in Spanien verschlingen die Bäume Wasser: etwa tausend Liter Wasser pro Kilo Avocados. Die Landwirte können aber auch ein Kilo Tomaten für zweihundert Liter Wasser anbauen. Schließlich verschwindet in dieser Region viel Geld in den Taschen von Zwischenhändlern, was bedeutet, dass die Landwirte keinen angemessenen Lohn erhalten und in Schwierigkeiten geraten können, sagt Landwirt Antonio Guererro an das NRC Handelsblad.

Ökologischer Anbau

Sollten wir also auf den Verzehr von Avocados gänzlich verzichten? Nein, das müssen wir nicht. Aber seien Sie beim Kauf besonders bewusst. Möchten Sie weiterhin Avocados essen? Dann entscheiden Sie sich so oft wie möglich für Bio-Avocados, denn das kann einen großen Unterschied machen. Biobauern sind an strengere Regeln für die Bodennutzung gebunden. Daher bauen Biobauern auf besseren Böden an, die eine größere Artenvielfalt aufweisen und weniger verschmutzt sind. Dieser gesündere Boden hat eine höhere Wasserspeicherkapazität, was eine bessere Kohlenstoffbindung und weniger Erosion gewährleistet. Nach Berechnungen von Soil & More Impacts, einem auf ökologische Wirkungsanalysen spezialisierten Beratungsunternehmen mit Sitz in Deutschland, sparen Sie mit einer Bio-Avocado 88 Liter Wasser pro Kilo im Vergleich zu herkömmlichen Avocados.

Auch Bio-Avocados werden nach Möglichkeit per Schiff oder Lkw und nicht mit dem Flugzeug transportiert. Bio-Avocados finden Sie in Ihrem örtlichen Bio-Supermarkt, bei Ekoplaza und bei einigen Bio-Großhändlern wie z. B. gebana. Auch für Bio-Avocados wird bei der Produktion viel Wasser verbraucht. Es ist eine nachhaltigere Alternative, aber nicht die perfekte Lösung. Seien Sie also immer kritisch, wenn Sie sich das Herkunftsland Ihrer Avocados ansehen, und versuchen Sie, wenn möglich, Informationen über die Erzeuger zu finden. Wie sehen die Arbeitsbedingungen in der Region aus? Werden die Erzeuger ausreichend entlohnt?

Im Supermarkt ist es schwierig, eine nachhaltige Avocado zu finden.

Abfallbekämpfung zu Hause

Schließlich gibt es einige Dinge, die Sie selbst zu Hause tun können, um sicherzustellen, dass Sie keine Avocados verschwenden. Es klingt sehr einfach, aber quetschen Sie nicht alle Avocados im Supermarkt vollständig aus, um herauszufinden, welche reif sind. Dadurch werden sie schneller braun und verfaulen. Kaufen Sie auch keine essgereiften Avocados, denn diese werden in klimatisierten Reifekammern nachgereift (und das kostet wiederum zusätzliche Energie). Kaufen Sie also unreife Avocados und legen Sie sie zu Hause in die Obstschale neben einen Apfel oder eine Banane. Auf diese Weise reifen sie schnell nach und Sie haben innerhalb weniger Tage eine leckere Avocado. Ich frage mich, wie nachhaltig die Banane dann noch ist: Auch das haben wir für Sie erledigt. Nur die Hälfte der Avocado verwenden? Dann bewahren Sie die andere Hälfte mit dem Stein auf, eventuell in einer Schüssel mit Wasser im Kühlschrank. Und seien Sie vorsichtig beim Entfernen des Steins: Verwenden Sie kein Messer, sondern einen Löffel, um Unfälle zu vermeiden.

Avocado-Toast zum Frühstück oder Mittagessen ist za-lig, ebenso wie ein Smoothie mit Avocado (und Banane), und auch Avocado und Sushi passen wie die Faust aufs Auge.

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Quellen: CBS, AD.nl, AGF.nl, CBS, Volkskrant, anstupsen, inspanje.nl, NRC, Haltbarkeit.nl, eosta.com. Bildnachweis: Hauptbild Nicola Barts (Pexels), andere: Matthias Oben (Pexels), Taryn Elliott (Pexels), Daria Shevtsova (Pexels), Smoothie: Semi Hadeniz (Pexels), Sushi: Cottonbro (Pexels).

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Abbildung von Lauri van Oosterom

Lauri van Oosterom

Lauri ist Historikerin mit einem grünen Herzen und einem flüssigen Stift. Sie liest gerne und vertieft sich in (nachhaltige) Themen. Eine tolle Kombination: Sie recherchiert (un)nachhaltige Themen und teilt ihre Erkenntnisse mit Ihnen.
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