Was passiert eigentlich mit Ihren GFT - Ihren Obst-, Gemüse- und Gartenabfällen - nachdem Sie sie ordentlich in die grüne - oder manchmal auch braune - Tonne geworfen haben? Davon wollten wir uns selbst überzeugen. Also fuhr Saskia einen Tag lang mit den Müllmännern und -frauen von Van Kaathoven. Ihre Route folgte der VGF von der Bordsteinkante bis zur Verarbeitung bei Valor in Sint-Oedenrode und endete bei Lobbauer Gerwin im Noordoostpolder. Dort sah sie, wie sich Ihre Schalen und Zweige in etwas unerwartet Wertvolles verwandeln: ein reichhaltiges, organisches Material für Landwirte wie auch für den eigenen Garten.
GFT Kollektion
In Zusammenarbeit mit der Waste Management Association
Gemüse-, Obst- und Gartenabfälle (VGF) sind ein separater Abfallstrom, den die meisten Haushalte zu Hause in der grünen Tonne sammeln. Und das aus gutem Grund: VGF-Abfälle werden zu Kompost verarbeitet. Kompost ist ein reichhaltiges Bodenverbesserungsmittel, das Landwirte auf ihren Feldern einsetzen und das Ihren Garten glücklich macht. Und das Tolle daran ist: Er ist völlig natürlich, nachhaltig und kreislauffähig. Was man der Natur entnimmt, gibt man in neuer Form wieder zurück. Wie schön ist das? Aber dazu müssen die organischen Abfälle sauber sein. Und das geht oft schief. Regelmäßig landen dort Dinge, die nicht in die Biotonne gehören. Denken Sie an Plastik, Glas, Windeln oder Lebensmittelverpackungen. Auch so genannte ‘kompostierbare’ Produkte wie Kaffeebecher, Müllsäcke und Damenbinden verursachen Probleme. Diese sind oft nur unter besonderen Bedingungen biologisch abbaubar und werden nicht in der normalen Bioabfallverwertung gefunden. Dadurch wird der Strom verunreinigt und die Verarbeitung zu Kompost erschwert. Das ist schade, denn wenn wir die VGF-Abfälle richtig trennen, entsteht etwas Schönes daraus.
Von GFT zu Kompost
Um genau zu sehen, wie das funktioniert - vom Abfall zum Bodenverbesserer - bin ich mit den Müllmännern und -frauen von Van Kaathoven mitgefahren. Erst an den Häusern entlang, dann mit dem Lkw voller VGF-Abfälle zur Verarbeitung bei Valor in Sint-Oedenrode. Dort wird der Abfall innerhalb von zwei Wochen zu Kompost verarbeitet. Zumindest... wenn der VGF-Abfall getrennt angeliefert wird. Wie funktioniert das?
- Bei der Ankunft wird die GFT zunächst gründlich kontrolliert. Wenn die Ladung sauber genug ist, wird sie auf einen Haufen geschaufelt, zerkleinert und gut gemischt. Ein Teil des zuvor kompostierten Materials, das noch nicht ganz fertig war, wird ebenfalls hinzugefügt. Alles, was diese Kontrolle übersteht, darf in die Kompostieranlage gelangen. Bereit für den nächsten Schritt zum Feinkompost.
- In der Kompostierungsanlage beginnt die eigentliche Arbeit: Die GFT kommt für etwa 14 Tage in einen warmen, feuchten Raum, vergleichbar mit einem Tunnel, wo die Temperatur 60-70 °C erreichen kann. Ideal für Bakterien, die dieses Klima lieben und den Abfall schnell in Kompost umwandeln.
- Nach zwei Wochen kommt der Kompost aus dem Tunnel und wird gesiebt. Was bereits ein schöner, reifer Kompost ist, kann direkt weiterverwendet werden. Was noch nicht ganz fertig ist, bekommt eine zweite Runde im Tunnel.
- Selbst beim Sieben nehmen sie noch Müll aus dem Biomüll heraus, der dort nicht hingehört. Ein Fahrradsattel, Dosen, Scherben einer Vase, Besteck... was auch immer. Solche Materialien können natürlich nicht kompostiert werden und werden daher aussortiert. Sie werden weiterhin mit dem Restmüll verbrannt.



In vierzehn Tagen von GFT-Abfall zu Kompost bei Abfallverarbeiter Valor. Den Videobericht über die Verarbeitung von GFT können Sie hier sehen. Leider landen auch viele andere Haushaltsabfälle bei der GFT, die herausgefiltert werden müssen. Sehen Sie sich hier den Videobericht über die GFT Sammlung an.
Kompost für den Zichorienanbau
Um den Kreis zu schließen, besuche ich auch den Zichorienzüchter Gerwin de Vries in Flevoland. Er verwendet Kompost, um Zichorienwurzeln zu züchten. Das sind die Wurzeln der Zichorie, die in Wasser und Erde zu den bekannten weißen Köpfen weiterwachsen. Kompost spielt dabei eine erstaunlich vielseitige Rolle. In trockenen Sommern entdeckten sie, dass Kompost die Feuchtigkeit im Boden viel besser hält. Und Zichorien lieben Wasser. Die Samen brauchen Feuchtigkeit, um richtig zu keimen, und dank des Komposts sprießen einfach mehr und kräftigere Pflanzen aus dem Boden. Das sorgt für eine bessere Ernte, weniger Verschnitt und gesündere Pflanzen.
Aber das ist noch nicht alles. Kompost hilft Gerwin auch bei einer anderen Herausforderung: der Pilzkrankheit Phytophthora, die unter Chicorée-Anbauern berüchtigt ist. Diese Krankheit breitet sich blitzschnell über Wasser aus, und das einzige wirksame Pestizid ist im ökologischen Anbau nicht zugelassen. Durch die Arbeit mit Kompost beim Anbau - statt nur mit Wasser - wird diese Ausbreitung verhindert. Der Pilz wird weniger ansteckend, was Kompost plötzlich zu einem intelligenten Fungizid macht. Gerwin ist also super glücklich mit dem Kompost: ein schönes, kreislauffähiges Naturprodukt hilft ihm, besser zu wirtschaften und den Klimawandel zu bekämpfen. Und so kann er dieses Jahr hoffentlich weitere 12 Millionen Chicorée-Köpfe anbauen!



Unsere GFT-Abfälle werden von Landwirten wie Gerwin für den Anbau von Obst und Gemüse verwendet. Wie rund soll er sein? Sehen Sie sich den Videobericht bei Bauer Gerwin hier an.
Warum Kompost verwenden? Sechs Vorteile auf einen Blick!
Kompost ist so etwas wie die Geheimwaffe eines jeden umweltbewussten Gärtners. Er ist nicht nur gut für Ihre Pflanzen, sondern auch für den Planeten. Also... warum ihn verwenden? Nun, hier ist der Grund:
- Weniger Unkraut: Streuen Sie es auf Ihren Boden und Sie machen das Unkraut schön hart.
- Feuchtigkeitsspeicherung: Kompost wirkt wie ein Schwamm. Ideal in trockenen Sommern.
- Vollgepackt mit Nährstoffen: Die Pflanzen fressen sie und der Boden auch.
- Kohlenstoffspeicherung: gut für Ihren Garten und für das Klima. Kompost speichert Kohlenstoff im Boden, was gut ist, weil es den CO2-Gehalt in der Luft reduziert.
- Krankheitsresistent: starker Boden = weniger Krankheiten.
- Weniger Erosion: Der Boden bleibt auch bei starkem Regen zusammen.
Kurzum: viel Gewinn mit wenig Kompost. Also tun Sie es!
So können Sie mit Ihrem GFT etwas bewirken
Ihre Obst-, Gemüse- und Gartenabfälle sind also wertvoll. Kompost wird nicht umsonst das schwarze Gold genannt. Er nährt den Boden, lässt Pflanzen wachsen und trägt so zu einer widerstandsfähigen Landwirtschaft und damit zu unserer Ernährungssicherheit bei. Das gelingt aber nur, wenn die GFT sauber bleibt. Ein bisschen Verschmutzung kann der Prozess noch verkraften, aber wenn es zu viel wird, wird auch die gute VGF so verunreinigt, dass sie nicht mehr zu retten ist. Und das ist natürlich eine echte Schande. Deshalb: Werfen Sie Ihre Küchen- und Gartenabfälle getrennt weg. Sie sind sich nicht sicher, ob Sie etwas in die Grüne Tonne geben können? Dann prüfen Sie Leitfaden zur Abfalltrennung.nl, Auf diese Weise können Sie sicher sein. Kleiner Aufwand, großer Unterschied!
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Weitere Tipps von thegreenlist.nl
- Siehe auch: die Kanalisation, bis man nicht mehr spülen kann.
- Siehe auch: So funktioniert das Glasrecycling.
- Siehe auch: Ein Blick in eine Bio-Erdnussbutterfabrik.
Bildnachweis: thegreenlist.nl.











