Saatgutbibliothek, wie funktioniert sie?

Haben Sie schon von der Saatgutbibliothek gehört?

Wir haben in der Lokalzeitung von etwas gelesen, das uns so gut gefallen hat, dass wir es mit Ihnen teilen mussten: die Saatgutbibliothek. In immer mehr Bibliotheken in den Niederlanden können Sie kostenloses, giftfreies Saatgut für Ihren Garten oder Balkon erhalten. Dafür gibt es aber eine Gegenleistung. Man leiht sich das Saatgut aus, denn die Idee ist, dass man das Saatgut später selbst zurückgibt. Wie genau das funktioniert, erklären wir dir jetzt. Das passt auf jeden Fall auf deine Greener-Liste!

Mehr Samen untereinander austauschen

Die Saatgutbibliothek begann 2017 als eine kleine friesische Initiative der Stiftung Fryslân Seed Library. Seitdem sind Standorte im ganzen Land zu finden. Und das ist wichtig, denn Saatgut ist eine Quelle des Lebens: Es ermöglicht uns, Lebensmittel anzubauen. Heutzutage ist der Anbau von eigenem Saatgut jedoch eher die Ausnahme als die Regel. Während es früher ganz normal war, die Samen von Blumen, Kräutern und Gemüse untereinander zu tauschen, geschieht dies heute nur noch selten. Immer mehr traditionelle Sorten verschwinden und das Saatgut wird von großen Unternehmen weltweit patentiert. Das macht Gärtnerinnen und Gärtner abhängig und verringert die Vielfalt und damit die Biodiversität. Die Saatgutbibliothek will diesen Trend umkehren, indem sie Saatgut frei zugänglich macht und Wissen über Aussaat, Ernte und Tausch weitergibt. Denn Saatgut gehört der Natur und damit allen Menschen.

Besuch der Saatgutbibliothek der OBA Amsterdam (Standort Ouderkerk aan de Amstel).

Wie funktioniert die Saatgutbibliothek?

In immer mehr Bibliotheken finden Sie im Frühjahr eine Saatgutbibliothek. Hier können Sie kostenlos Bio-Saatgut mitnehmen oder besser gesagt ausleihen. Denn die Idee ist, dass man nach der Aussaat auch etwas zurückbringt. Das funktioniert so: Du suchst dir ein paar Tüten mit Samen von essbaren Pflanzen oder Zierpflanzen aus. Sie säen sie in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon aus und lassen nach der Ernte absichtlich ein paar Pflanzen blühen. Diese Blüten bilden Samenkapseln oder Früchte, die neue Samen enthalten. Diese sammelst du ein, lässt sie gut trocknen und gibst sie dann an die Samenbibliothek zurück. Auf diese Weise tragen Sie dazu bei, dass die Sammlung lebendig und vielfältig bleibt. Bitte beachten Sie: Sie sollten nicht einfach eine Tüte mit übrig gebliebenen Samen aus dem Gartencenter abgeben. Die Samenbibliothek beruht auf dem Vertrauen und dem Engagement von Gärtnern, die ungespritztes Saatgut aus ihren eigenen Gärten weitergeben.

Möchten Sie mitmachen? Kostenlos anmelden auf der Website der Zadenbibliotheek Nederland, finden Sie heraus, wo sich die nächste Saatgutbibliothek befindet, wählen Sie Ihr Saatgut aus und säen Sie los! Sehen Sie sich das Video des Besuchs hier an!

Ernte und Rückgabe von Saatgut

Sie möchten Samen an die Saatgutbibliothek zurückgeben? Super! Dann lassen Sie einige Ihrer Pflanzen blühen und Samen bilden. Ernten Sie diese Samen und lassen Sie sie gut trocknen, am besten an einem dunklen, kühlen Ort. Lege sie dann in eine Papiertüte, nicht in eine Plastiktüte, da sie sonst schimmeln können. Schreiben Sie auf die Tüte deutlich den Namen der Pflanze, das Erntejahr und den Ort, an dem Sie sie geerntet haben. Auf diese Weise wissen andere Gärtner, ob die Samen auch bei ihnen gut gedeihen. Einfach, oder? Und mit einer so kleinen Geste trägst du zu etwas Großem bei: mehr Artenvielfalt und eine gut gefüllte Samenbibliothek für alle.

Weitere Gartentipps

Bildnachweis: thegreenlist.nl.

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Abbildung von Saskia Sampimon-Versneij

Saskia Sampimon-Versneij

Gründerin von thegreenlist.nl. Ihr Ziel: so viele Menschen wie möglich für ein nachhaltigeres Leben zu begeistern. Sas hat auch das Buch über einen nachhaltigen Lebensstil NIKS NIEUWS geschrieben.
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Saskia Sampimon-Versneij

Gründerin von thegreenlist.nl. Ihr Ziel: so viele Menschen wie möglich für ein nachhaltigeres Leben zu begeistern. Sas hat auch das Buch über einen nachhaltigen Lebensstil NIKS NIEUWS geschrieben.

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