Nicky Castricum vom Schmetterlingsgarten Mot in Mokum

Schmetterlingsmann Nicky: So kannst du den Schmetterlingen helfen!

Weniger Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten: Es ist Ihnen wahrscheinlich nicht entgangen, dass der Rückgang der Artenvielfalt ein großes Problem darstellt. Gepflegte, geharkte und geflieste Gärten tragen sicher nicht dazu bei, aber was kann man tun? Die Schmetterlingsexpertin Nicky Castricum kennt sich damit aus und gibt Tipps, wie Sie Schmetterlingen und Bienen helfen können.

Verlust der Artenvielfalt: Schmetterlingen geht es in den Niederlanden nicht gut

Insekten und andere Tierarten verschwinden in immer schnellerem Tempo. Umweltverschmutzung, Pestizide und Monokulturen in der Landwirtschaft führen dazu, dass die Lebensbedingungen für Schmetterlinge, Bienen und andere Tiere alles andere als optimal sind. Hinzu kommt, dass wir Niederländer gepflegte, geharkte Gärten mit vorzugsweise exotischen Pflanzen mögen, in denen für Bestäuber eigentlich kein Platz mehr ist. Im Zentrum von Amsterdam-Noord liegt das Schmetterlingsparadies ‘Mot in Mokum’ Von Nicky Castricum. Dort wimmelt es nur so von fliegenden Biestern. Seine Mission? Den Menschen zu helfen, ihre Gärten wirklich schmetterlingsfreundlich zu gestalten und so zur Erhöhung der Artenvielfalt beizutragen.

Warum also sind der Verlust von Insektenarten und der Rückgang der Pflanzenvielfalt ein solches Problem?

‘Ohne Insekten können auch wir nicht existieren. Das Klimaproblem lässt sich jedenfalls nicht lösen, wenn man sich nicht mit dem Verlust der biologischen Vielfalt auseinandersetzt. Der Mensch hat sich so unabhängig von der Natur gemacht, dass er gar nicht merkt, wie abhängig er von der biologischen Vielfalt ist. Tiere und Pflanzen leben in einem Netz von Beziehungen zueinander. Wenn Arten verschwinden, brechen Ökosysteme schließlich zusammen. Insekten spielen eine entscheidende Rolle, von der der Rest dieses Netzes abhängt. Wir brauchen sie für die Bestäubung, aber auch als Grundlage für unsere Natur.

Wenn man das alles unabhängig von Insekten machen will, also von Hand oder mit Drohnen, ist das ein ziemlicher Aufwand. Es wurde einmal ausgerechnet, was das kosten würde, und es kam heraus, dass es unbezahlbar ist. Abgesehen davon sollte man nicht wollen, dass noch mehr Ungeziefer herumfliegt, oder?’

Sie meinen, die Menschen werden durch flatternde Schmetterlinge und summende Bienen recht glücklich?

‘Ich stelle fest, dass es die Menschen glücklich macht, wenn sie eine lebendige Natur um sich herum haben. Sie kaufen nicht umsonst Pflanzen, um etwas zur Natur beizutragen. Wer mehr auf die Insekten und das Leben in seinem Garten achtet, entdeckt, dass es eine ganz wunderbare Welt ist.’

Ein Besuch im Schmetterlingsgarten Mot in Mokum im Norden von Amsterdam ist lehrreich und macht auch Kindern Spaß!

Und in immer mehr Gartencentern gibt es heutzutage Tische mit Pflanzen, die gut für Bienen und Schmetterlinge sind, oder?

‘Nun, das ist eine etwas heikle Frage, denn viele dieser Pflanzen tragen überhaupt nichts bei oder haben den gegenteiligen Effekt. Sie mögen zwar Blüten haben, die Insekten anlocken, aber sie sind oft nicht heimisch, gezüchtet und gespritzt. Mit Pflanzen, die hier nicht natürlich vorkommen, können Insekten leider wenig anfangen. Ihre rollenden Zungen sind auf einheimische Arten eingestellt. Die Gärtnereien haben zwar alle Möglichkeiten, Pflanzen für mehr Artenvielfalt anzubieten, aber es fehlt ihnen eindeutig an der Kompetenz. Dabei machen die richtigen Pflanzen im Garten schon einen großen Unterschied.’

Viele Blumen im Garten sind also kein Garant für viele Schmetterlinge und andere Insekten?

‘Das Tückische ist, dass viele Pflanzen gezüchtet werden: Sie sind so angepasst, dass sie perfekt für den Menschen sind. Also viele und große Blüten, keine plumpen Früchte mehr, die abfallen. Nur die Insekten wissen nicht, was sie mit ihnen anfangen sollen. Manchmal kommen sie nicht einmal in die Blüte, um den Nektar zu holen, und können sich dann nicht ernähren. Und von gespritzten Pflanzen können sie einfach sterben. Das ist sehr bedauerlich, denn die Menschen wollen ja gerade diese Pflanzen, um Schmetterlingen und Bienen zu helfen!’

Wenn wir also diese so genannten schmetterlingsfreundlichen Pflanzen meiden müssen, wie können wir dann selbst zur Artenvielfalt beitragen?

‘Die meisten Vorteile hat man, wenn man Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon hat, die im Frühjahr oder Herbst Nektar liefern. Auf diese Weise können Sie Schmetterlingen gleich einen guten Start ermöglichen oder ihnen kurz vor dem Wintereinbruch einen Schub geben. Machen Sie einen Spaziergang durch Ihre Nachbarschaft oder Ihr Wohngebiet und schauen Sie, was dort wächst und woran Sie Schmetterlinge, Bienen und Raupen sehen. Sie können dann Monate später Samen sammeln und sie im Garten ausstreuen. Es gibt heutzutage auch viele Initiativen wie meinen Schmetterlingsgarten, andere Biodiversitätsprojekte, die Sie besuchen können, und Biobauern. Fragen Sie dort nach, was Sie ablegen können.

Das ist es, was Gartenbesitzer brauchen. Noch mehr Tipps?

Ebenfalls nicht unwichtig: Betrachten Sie Pflanzen, die von selbst auftauchen, nicht als Unkraut. Einheimische Arten wie Judas-Pfennigkraut, Gelbe Taubnessel, Hundszahn und Löwenzahn wachsen einfach von selbst und sind sehr gut. Man muss sie nur nicht entfernen. Haben Sie Gras? Dann mähen Sie so spät wie möglich im Frühjahr, nachdem der Löwenzahn und andere Frühblüher ihre Blütezeit beendet haben. Am besten ist es, wenn die Blumen und Pflanzen abwechselnd vom zeitigen Frühjahr bis zum Spätherbst blühen. Wir nennen das ein Bienenbogen. Sie sind sich nicht sicher, welche Art Sie kaufen sollen? Erkundigen Sie sich bei anderen Menschen in Ihrer Umgebung, bei welchen Pflanzen sie viele Insekten sehen, und schauen Sie auch im Internet nach; Ich habe zum Beispiel eine Liste aller Pflanzenarten erstellt, die zur Artenvielfalt beitragen.

Wir wissen auch, dass eine Überwinterung des Gartens oder des Balkons überhaupt nicht notwendig ist. Das wäre eine sehr gute Nachricht für faule Gärtner. Stimmt das?

‘Ja, harken, hacken: all das ist nicht nötig. Schmetterlinge, Raupen und alle anderen Insekten überleben gerade in der Streuschicht von Blättern und abgestorbenen Pflanzen. Also lassen Sie sie dort liegen und lassen Sie sie liegen. Ein Garten, in dem schwarze Erde zu sehen ist, ist für Tiere überhaupt nicht gut, also sorgen Sie dafür, dass es eine Unterschicht gibt, in der alles wächst, und lassen Sie die Dinge im Winter an ihrem Platz. Auch alte Äste, Holzstapel, all das trägt zur Überwinterung bei. Viel Fliegenverkehr im Garten bedeutet, dass Sie einen guten Job machen. In Gärten, in denen die Raupen gerne an den Blättern knabbern, viele Vögel kommen und es um Sie herum summt, machen Sie einen guten Job. Auch auf Balkonen und im öffentlichen Raum kann man viele Insekten fangen, wenn die richtigen Pflanzen vorhanden sind und der Boden richtig genutzt wird.’

Ihre Schmetterlingsgärten in Mot in Mokum müssen sehr viel Flugverkehr haben?

‘Es gibt sie! Und das ist auch gut so. Der Garten ist da, um sich zu bewähren, alles, was Schmetterlinge brauchen, ist da: Wirtspflanzen, Fortpflanzungspflanzen, Verstecke und Überwinterungsplätze in verschiedenen Biotopen. Und anders als das bekannte Bild eines Schmetterlingsgartens ist dieser eben offen und nicht in einem Gewächshaus. Wenn ich Schmetterlinge im Garten vermisse, muss ich z.B. meine Mähpolitik korrigieren oder es fehlt eine Wirtspflanze. Auf diese Weise bleibe ich immer auf dem Laufenden. Es ist also eine Art Demonstrationsgarten, in dem ich auch selbst viel über die Auswirkungen der ökologischen Bewirtschaftung lerne und darüber, was funktioniert und was nicht. Von den 52 Tagfalterarten habe ich 22 im Garten gesehen, das ist eine hervorragende Bilanz.’ Mehr über den Schmetterlingsgarten Mot in Mokum können Sie hier lesen.

Nachtschmetterlingstour mit Nicky in Mot in Mokum.

Sind Sie der Meinung, dass auch die Kommunen einen Beitrag zur biologischen Vielfalt leisten können?

‘Auf jeden Fall! Meiner Meinung nach bräuchte es Initiativen wie die meine nicht, wenn die Gemeinden und Regierungen ihre Verantwortung für die Schaffung eines gesunden Lebensumfelds wahrnehmen würden, in dem ein Gleichgewicht zwischen Natur und Mensch herrscht. Aber auch sie können mit bewirtschafteten Grünflächen große Fortschritte machen: von nun an nur noch einheimische, vielfältige und ungespritzte Pflanzen verwenden. Straßenränder, aber auch Parks können ökologisch und schrittweise gemäht werden. Der Häckseldienst kann in den Ruhestand versetzt werden. Das alles würde schon einen riesigen Unterschied machen!’

Besuchen Sie auch den Schmetterlingsgarten Mot in Mokum

Inspiration suchen in Mot Schmetterlingsgarten in Mokum? Das können Sie: Sie können wandern, Fragen stellen, Kurse belegen und sogar übernachten. Nicky, der sich aus Liebe zur Natur in Mokum niedergelassen hat, wird sein Wissen gerne weitergeben.

Saskia, Gründerin von thegreenlist.nl, an der Schmetterlingsaktion im September teil (siehe Fotos). Dies geschah nicht im Schmetterlingsgarten, sondern auf einem Stück Brachland in Amsterdam Nord, das Nicky für die Schmetterlinge wiederherzustellen versucht. Folgen Sie Mot in Mokum's Instagram Kanal sich über solche Ereignisse auf dem Laufenden zu halten.

Können Sie Hilfe beim Erkennen von Schmetterlingen gebrauchen? Greetje bloggt über natürliches Gärtnern und hilft Ihnen mit ihrem Blogbeitrag über Schmetterlinge, die sie in ihrem Garten entdeckt hat, auf die Sprünge.

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Weitere grüne Tipps von thegreenlist.nl

Bildnachweis: Mot in Mokum & thegreenlist.nl.

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Abbildung von Annemieke Dubbeldeman

Annemieke Dubbeldeman

Annemieke ist eine Geschichtenerzählerin, und zu diesem Zweck arbeitet sie mit Pionieren der Nachhaltigkeit zusammen. Sie lebt mit ihrer Familie und unzähligen Vögeln und Eichhörnchen am Rande des Veluwewaldes. Sie staunt jeden Tag über die schöne Natur dort.
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