Pfui, heiß! Unser Wetter scheint immer öfter von einem Extrem ins andere zu schießen. Und darunter leiden nicht nur wir. Auch Vögel, Igel, Insekten und andere Gartentiere haben es immer schwerer, wenn Wasser knapp wird. Biologen und Förster machen sich darüber Sorgen. Die gute Nachricht? Du musst keinen großen naturnahen Garten anlegen, um Tieren unter die Arme zu greifen. Mit ein paar einfachen Anpassungen sorgst du schon für mehr Wasser in deinem Garten, womit du den Tieren enorm helfen kannst. Unsere Gartenspezialistin Amanda teilt ihre besten Tipps.
Helfen den Tieren durch den Sommer!
Tiere brauchen Wasser zum Trinken, Waschen und manchmal sogar zum Leben. Normalerweise finden sie das in Pfützen, Gräben, Dachrinnen und anderen Wasserstellen. Aber durch den Klimawandel kommt es immer häufiger zu längeren Trockenperioden. Und dann fallen viele dieser Wasserquellen weg. Vögel, Insekten, Amphibien und andere Gartentiere haben es dadurch schwer. Ohne ausreichend Wasser werden sie schwächer und im schlimmsten Fall können sie sogar sterben. Hast du einen Garten oder Balkon? Dann kannst du glücklicherweise einfach helfen. Die Tiere können diese Hilfe gut gebrauchen. Und es kostet dich nur ein paar Minuten am Tag. Was sagen wir? Pro Woche!
Das Geheimnis? Mehr Wasser im Garten!
Bei mehr Wasser im Garten denkst du wahrscheinlich schnell an einen Teich. Viel Spaß natürlich. Wenn es möglich ist, würden wir sagen: tu es. Denn Forschungsergebnisse zeigen, dass Gartenteiche eine Oase für Frösche, Salamander und alle möglichen anderen Tiere sind. Sie kommen dort zum Trinken, Fressen, Verstecken und manchmal sogar zum Wohnen. Also gemütlich belebt. Aber ein Teich passt nicht in jeden Garten. Vielleicht hast du einen Balkon, einen kleinen Stadtgarten oder spielende kleine Kinder. Glücklicherweise muss das kein Problem sein. Auch ohne Teich kannst du Wasserstellen schaffen, über die sich Tiere freuen. Ehe du dich versiehst, wirst du Vögel, Insekten, Frösche, Libellen und Kleinlibellen in deinem Garten begrüßen. Und das ist viel einfacher, als du vielleicht denkst.
So denken Sie über alle Tiere
Schau mal in einem Secondhandladen nach, ob du ein paar schöne Schalen, Näpfe oder Blumentöpfe finden kannst. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass du auch noch etwas zu Hause hast. Am liebsten sorgst du für verschiedene Arten von Wasserstellen, denn nicht jedes Tier hat dieselben Wünsche. Für Vögel darf eine Schale ruhig etwas tiefer sein. Insekten haben eher etwas von einem flachen Wasserpunkt. Eine einfache Lösung ist, einen oder mehrere Steine ins Wasser zu legen, am besten schräg abfallend. So können Insekten sicher landen und trinken, ohne zu ertrinken. Du kannst natürlich auch mehrere Schalen und Töpfchen wählen. Hast du keinen Garten und höchstens einen französischen Balkon? Dann kannst du sogar ein paar Bierdeckel mit Wasser füllen. Kleine Geste, große Freude für Bienen und andere Insekten.
Für Vögel und Insekten macht es wenig aus, ob eine Wasserschale auf dem Boden steht, erhöht ist oder hängt. Für Igel ist das anders. Sie trinken am liebsten aus einem niedrigen Napf auf dem Boden. Ein altes Tapas-Schälchen oder ein Futternapf für Nagetiere eignet sich hervorragend. Und wo stellt man so eine Wasserstelle auf? Am liebsten im Schatten. In der prallen Sonne erwärmt sich das Wasser schnell und es bilden sich zudem schneller Algen. Ein kühler Platz ist also nicht nur angenehmer für die Tiere, sondern sorgt auch dafür, dass das Wasser länger frisch bleibt.


Insekten brauchen so wenig: ein Stück Obst oder ein Deckel einer Limonade mit Wasser reicht ihnen aus!
Bio-Obst im Garten
Wasser aufzustellen ist nicht die einzige Methode, um Tieren in Trockenperioden zu helfen. Förster Arjan Postma rät, auch ab und zu etwas Bio-Obst im Garten oder auf dem Balkon auszulegen. Obst besteht zu einem grossen Teil aus Feuchtigkeit und davon können viele Tiere profitieren. Legen Sie das Obst nicht länger als einen Tag aus, um unerwünschte Besucher zu vermeiden. Indem Sie es tagsüber und nachts liegen lassen, helfen Sie zudem sowohl Tag- als auch Nachttieren. Wählen Sie jedoch unbehandeltes Bio-Obst. So verhindern Sie, dass Tiere trotzdem mit Pestiziden in Berührung kommen.
Pflege von Schmetterlingen im Garten
Möchten Sie Schmetterlingen helfen und sie öfter aus der Nähe bewundern? Legen Sie dann etwas überreifes oder verrottendes Obst auf eine Schale. Besonders im Herbst ist das ein kluger Schachzug. Vielleicht haben Sie mehr Äpfel oder Birnen geerntet, als Sie essen können, oder es liegt Obst herum, das seine beste Zeit hinter sich hat. Wo viele Blumen bereits verblüht sind und weniger Nektar anbieten, bildet verrottendes Obst gerade eine wertvolle Nahrungsquelle für Schmetterlinge. Stellen Sie die Schale jedoch an einen sonnigen Ort. Schmetterlinge sind echte Sonnenanbeter und zeigen sich dort gerne. Möchten Sie noch mehr Schmetterlinge in Ihren Garten locken? Sehen Sie sich dann auch die Tipps von Schmetterlingsmann Nicky an: So sorgen Sie für mehr Schmetterlinge in Ihrem Garten.
Mini-Teich ohne Fische
Finden Sie ein paar Wasserschalen etwas zu bescheiden und möchten Sie einen Schritt weiter gehen? Dann ist ein Miniteich eine schöne und niedrigschwellige Option. Denken Sie an einen eingegrabenen Zementbottich, gefüllt mit Regenwasser und Wasserpflanzen. Einen solchen Miniteich können Sie relativ einfach selbst bauen und er kann sich schnell zu einem beliebten Treffpunkt für alle Arten von Tieren entwickeln. Wählen Sie vorzugsweise Wasserpflanzen, die das Wasser reinigen und Sauerstoff hinzufügen. Fische sollten Sie besser weglassen. Diese verschmutzen das Wasser und fressen obendrein gerne die Eier und Larven von Amphibien. Wasserpflanzen helfen gerade dabei, das Wasser klar zu halten. Einige Tiere, wie Wassermolche, sind sogar von bestimmten Wasserpflanzen abhängig. Und... vergessen Sie auch die Ränder nicht. Legen Sie ein paar Steine daran, damit ein sanfter Hang entsteht. So können Tiere leicht in und aus dem Wasser kommen. Bonustipp von uns: Teichsteine werden regelmäßig kostenlos auf Marktplaats angeboten. Mehr über einen Naturteich selbst anlegen, liest du hier!


Links: ein Miniteich im Entstehen, dem noch Steine fehlen, damit die Tiere leicht hinein- und hinausgelangen können. Rechts: ein 1 x 1,25 Meter großer Gartenteich, der von 15 Fröschen bewohnt wird.
Bekommt man mit all dem Wasser im Garten keine Probleme mit Mücken?
Diese Frage bekommen wir oft. Denn schön, all das zusätzliche Wasser im Garten, aber bist du bald nicht inmitten von Mücken? Glücklicherweise muss das überhaupt nicht sein. Mücken lieben stehendes und schmutziges Wasser. Hast du eine Wasserschale aufgestellt? Wechsle das Wasser dann regelmäßig. Das kostet höchstens eine Minute. Hast du einen Mini- oder normalen Teich? Dann kannst du an ein kleiner Springbrunnen (schöner, beruhigender Klang) oder ein Belüftungspumpe. Das hält das Wasser in Bewegung und macht es für Mücken weniger attraktiv. Außerdem sorgt ein solches Plätschern sofort für ein zusätzliches Ambiente im Garten. Noch bessere Nachrichten: Die Natur hilft mit. Frösche lieben Mücken, Mückenlarven und Schnecken. Indem Sie Wasserpflanzen in und um Ihren Teich setzen, machen Sie Ihren Garten für diese natürlichen Mückenbekämpfer attraktiver. Ein Frosch im Garten ist also nicht nur gemütlich, sondern auch sehr nützlich.
Mehr Wasser im Garten, um der Trockenheit zu trotzen
Ob Sie sich für einen Bierdeckel mit Wasser, eine Vogeltränke oder sogar einen kompletten Miniteich entscheiden, jede zusätzliche Wasserstelle hilft. Durch den Klimawandel sind Tiere immer häufiger mit Dürreperioden konfrontiert, und gerade dann können solche kleinen Gesten einen großen Unterschied machen. Das Schöne daran ist, dass man dafür keinen großen Garten, einen grünen Daumen oder stundenlange Freizeit benötigt. Wenige Minuten pro Woche reichen oft schon aus, um Vögeln, Insekten, Igeln und anderen Gartentieren zu helfen. Haben Sie noch einen klugen Tipp, um Tieren in Dürreperioden zu helfen? Lassen Sie es uns über die Kontakt- oder Follow-Buttons am Ende der Seite wissen. Wir sind immer gespannt auf gute Ideen!
Weitere grüne Tipps von thegreenlist.nl
- Siehe auch: Mehr Tiere im Garten? Entscheiden Sie sich für einen grünen Gartenzaun!
- Siehe auch: Was stimmt nicht mit der Blumenerde und wie kann man sie nachhaltig ersetzen?
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Quellen: Schmetterlinge. Bildnachweis: Hauptbild: Patrick Nizan (Pexels), übrige: Amanda Sniekers.



