Skiwachs und PFAS.

Skiwachs und PFAS: Wie ist die Situation genau und gibt es nachhaltiges Skiwachs? 

Während Sie ahnungslos mit Ihren Skiern oder Ihrem Snowboard die Piste hinuntergleiten und in der Zwischenzeit die schöne Natur genießen, gelangen Chemikalien wie PFAS unbemerkt durch das Skiwachs, in die Berge. PFAS! Ja, das sind sie ‘Chemikalien für immer’ die für Mensch und Umwelt schädlich sind. Warum diese im Skiwachs sind und ob es auch nachhaltige Skiwachse gibt, kannst du in diesem Artikel lesen.

PFAS in Skiwachs

Jeder, der schon einmal Wintersport betrieben hat, weiß, dass Skier und Snowboards regelmäßig eine Wachsschicht auf der Unterseite benötigen, damit sie gut gleiten. Aber wussten Sie auch, dass diese Skiwachse oft Chemikalien enthalten, wie z. B. PFAS, die nicht gut für die Umwelt und wahrscheinlich auch nicht gut für unsere Gesundheit sind?

Was sind PFAS?

Die Abkürzung PFAS steht für Poly- und Perfluoralkylsubstanzen. Das sind etwa sechstausend verschiedene Chemikalien. PFAS sind sehr nützlich, weil sie wasser-, fett- und schmutzabweisend sind. Deshalb werden sie in allen möglichen Produkten wie Pfannen, Make-up, Regenkleidung und somit auch in Skiwachs verwendet. Das Problem ist, dass PFAS wie PFOA, PFOS und GenX sich nicht zersetzen und sich in der Umwelt und im menschlichen Körper anreichern. Daher auch der Name ‘Chemikalien für immer’. Und das möchten wir vermeiden, denn PFAS können schädliche Auswirkungen auf das Immunsystem und die Fortpflanzung haben und krebserregend sein. In diesem Artikel können Sie mehr lesen über wie man PFAS im täglichen Leben vermeiden kann. Jetzt wollen wir sehen, ob wir auch gutes Skiwachs ohne Müll wie PFAS finden.

Skiwachs enthält häufig PFAS.

Wintersport, ohne Spuren von PFAS zu hinterlassen, das ist möglich, wenn Sie auf Ihr Skiwachs achten!

Ist PFAS-haltiges Skiwachs bereits verboten?

Während ich diesen Artikel schrieb, stieß ich auf eine gute Nachricht: Ab der Wintersaison 2023/2024 wird der Internationale Ski- und Snowboardverband (FIS) PFAS-haltiges Skiwachs verbieten. Das bedeutet, dass Athleten, die an von der FIS organisierten Ski- und Snowboardwettbewerben teilnehmen, kein PFAS-haltiges Wachs mehr verwenden dürfen. Dies sollte streng kontrolliert werden, da Skiwachs ohne PFAS etwas langsamer ist, insbesondere auf nassem Schnee. Der Hobby-Skifahrer wird wahrscheinlich keinen großen Unterschied bemerken, aber bei einem Wettkampf kann es diesen kleinen Unterschied ausmachen. Müssen sich Hobby-Skifahrer also keine Sorgen mehr über giftige Wachse machen? Leider ja, denn PFAS-haltige Skiwachse sind nach wie vor nur im Handel erhältlich, und Skiwachs ohne PFAS kann auch viele andere unerwünschte Chemikalien enthalten.

Wie man PFAS-haltiges Skiwachs erkennt

Es sind also nicht in jedem Skiwachs PFAS enthalten. Normalerweise werden PFAS dem Rennwachs und dem Wachs für höhere Temperaturen zugesetzt, damit man auf nassem Schnee noch gut gleiten kann. Sie können Skiwachs mit PFAS ganz einfach erkennen: Auf der Verpackung steht ‘Fluor’. Sie wollen also ein Skiwachs, das ‘fluorfrei’ ist. Aber ist fluorfreies Skiwachs dann automatisch natürlich und nachhaltig? Leider nein. Es gibt noch andere umweltschädliche Stoffe, und die Wachshersteller geben nicht gerne preis, was in ihrem Skiwachs enthalten ist. Es ist auch nicht vorgeschrieben, dies auf der Verpackung anzugeben.

Links: Dieses Wachs enthält Fluor (PFAS) und ist daher zu vermeiden. Rechts: Dieses Wachs enthält zumindest keine PFAS (nicht fluorhaltig). Welche anderen (schädlichen) Stoffe es enthält, wird auf der Verpackung nicht erwähnt.

Wachsen Sie Ihre Skier oder Ihr Snowboard selbst mit haltbarem Skiwachs

Es gibt verschiedene Arten von Wachs zu kaufen: Flüssigwachs, Sprays und Wachsblöcke, die Sie mit einer Art Bügeleisen auf Ihre Skier auftragen. Die letzte Option funktioniert am besten. Das liegt daran, dass das Wachs durch die Hitze wirklich in die Skier einzieht und Sie am längsten Freude daran haben. Flüssigwachs oder ein Spray, das Sie ohne Hitze auf Ihre Skier auftragen, wird nach ein paar Abfahrten wieder abgefahren und landet so schneller in der Natur. Haben Sie Ihre Skier noch nie selbst gewachst? Unter dieses Video können Sie sehen, wie es funktioniert. Dazu brauchen Sie einige zusätzliche Utensilien wie Spachtel, Bürste und Wachseisen: Mit etwas Glück können Sie diese aber ausleihen oder gebraucht finden. Anstelle eines speziellen Wachseisens können Sie auch ein altes Bügeleisen mit glatter Oberfläche nehmen. Ich mache das schon seit Jahren und es funktioniert gut. Ich habe meins für ein paar Euro im Secondhandladen gefunden. Ich brauche auch keine speziellen Tücher, um meine Skier zu reinigen: eine alte Strumpfhose funktioniert genauso gut!

So finden Sie nachhaltiges Skiwachs

Wenn Sie Ihre Skier selbst wachsen wollen, sollten Sie natürlich nachhaltiges Wachs verwenden. Da die Hersteller nicht verpflichtet sind, die Inhaltsstoffe ihrer Wachse anzugeben, ist es schwierig, schnell herauszufinden, welches Wachs nachhaltig ist. Ein fluorfreies Wachs enthält keine PFAS, aber das sagt noch nicht alles. Und das ist gut so: Wachs, das biologisch abbaubar ist und aus natürlichen Inhaltsstoffen hergestellt wird. Wir wissen also nicht, ob die Inhaltsstoffe ebenfalls aus nachhaltiger Produktion stammen, aber es ist ein guter erster Schritt. Das nachhaltigste Wachs, das ich im Moment finden konnte, ist Holmenkols natürliches Skiwachs. Denn es ist nicht nur biologisch abbaubar, sondern trägt auch das Nordic Swan Ecolabel.

Hinterlassen Sie weniger giftige Spuren in der Natur, indem Sie Ihre Skier selbst mit haltbarem Skiwachs wachsen. Dazu brauchen Sie eine gewisse Ausrüstung, die aber keineswegs neu sein muss.

Skier oder Snowboard im Skiverleih wachsen lassen

Wenn Sie Leihski haben oder es Ihnen zu mühsam ist, Ihre Skier selbst zu wachsen, können Sie das natürlich auch von einem Profi machen lassen. Im Skiverleih sehen Sie regelmäßig Wachsmaschinen, die schnell und effizient arbeiten. Wichtig ist dabei aber, dass das Wachs warm aufgetragen wird, sonst löst es sich beim Skifahren viel schneller ab. Die genaueste Methode ist das manuelle Auftragen des Wachses mit einem Wachseisen. Welche Art von Wachs im Skiverleih verwendet wird, wissen Sie natürlich nicht. Ich denke, es wird hauptsächlich Wachs ohne PFAS verwendet, da es oft billiger ist, aber welche anderen Chemikalien darin enthalten sind, bleibt ein Geheimnis. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, können Sie jederzeit Ihr eigenes Ökowachs mitbringen. Sie könnten ihnen sogar eine gute Idee geben.

Werden Sie von nun an nachhaltiges Skiwachs wählen?

Enthalten alle Skiwachse PFAS? Nein, und Sie können dies leicht an dem Wort ‘Fluor’ auf der Verpackung erkennen. Leider bedeutet das nicht automatisch, dass Wachs ohne Fluor, auch PFAS genannt, haltbar ist. Es ist ein großes Geheimnis, was die Wachshersteller in ihre Skiwachse tun. Nehmen Sie die Sache selbst in die Hand und wählen Sie ein biologisch abbaubares Wachs, am besten mit einem Etikett. Auf diese Weise können Sie unbesorgt die Pisten hinuntergleiten.

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Quellen: RIVM, Milieu Centraal, Wintersport live, FIS, SRF, APA, Pronatura. Bildnachweis: PhotoMIX Company (Hauptbild), Kirsten Marit Schoner, Skifahrer im Wald: Gustav Lundborg (Pexels), Skier bergab: Alex Moliski (Unsplash).

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Abbildung von Kirsten Schoner

Kirsten Schoner

Kirsten schreibt gerne über nachhaltige Kindererziehung. Als Content Managerin ist sie die stille Kraft hinter dem Online-Magazin. Sie tut dies von Österreich aus, wo sie mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern versucht, so nachhaltig wie möglich zu leben.
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Kirsten schreibt gerne über nachhaltige Kindererziehung. Als Content Managerin ist sie die stille Kraft hinter dem Online-Magazin. Sie tut dies von Österreich aus, wo sie mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern versucht, so nachhaltig wie möglich zu leben.

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