Der Unterschied zwischen natürlicher Pflege und nachhaltiger Pflege.

Nachhaltige Pflege: warum der Begriff ‘natürlich’ nicht immer etwas bedeutet

Ist natürliche Pflege nicht immer die nachhaltigste Wahl? Worauf sollten Sie also achten, um sicherzustellen, dass Ihre Brotaufstriche eine umweltfreundliche Wahl sind? Gemeinsam mit Paulien van der Geest von Milieu Centraal tauchen wir in die Welt der Kosmetik ein, um herauszufinden, wie Sie auch unter der Dusche und vor dem Spiegel eine umweltfreundliche Wahl treffen können. Das müssen Sie über nachhaltige Pflege wissen!

‘Ich verwende nur natürliche Körperpflegeprodukte’.’

‘Vegan ist nachhaltig!’ oder ‘Schade um die Plastikverpackung’. Wenn man auf Instagram etwas zum Thema Nachhaltigkeit teilt, bekommt man regelmäßig Fragen und Kommentare. Das gilt auch für Körperpflegeprodukte. Und du hast es erraten: all die oben genannten Kommentare müssen überhaupt nichts über die Nachhaltigkeit deiner Salbe aussagen. Gemeinsam mit Paulien van der Geest von Milieu Centraal versuche ich, dieses knifflige Thema zu entwirren, damit du auch hier von nun an eine nachhaltigere Wahl treffen kannst.

Natürliche Pflege unhaltbar?

100% natural care sagt ganz einfach: Alle Inhaltsstoffe haben einen natürlichen Ursprung: aus Pflanzen, Tieren oder Mineralien. Wenn ein Pflegeprodukt nicht (ganz) natürlich ist, bedeutet das, dass synthetische, d. h. vom Menschen hergestellte Stoffe hinzugefügt wurden. Oft handelt es sich dabei um Erdöl. Paulien von Milieu Centraal: ‘Viele Menschen mögen die Idee, ein natürliches Produkt auf ihre Haut aufzutragen. Oft denken sie auch, dass dies nachhaltig ist. Das muss aber gar nicht der Fall sein. Für den Anbau natürlicher Inhaltsstoffe wird oft Ackerland benötigt, und Ackerland ist rar. Vielleicht wurden Wälder und Dschungel abgeholzt oder es wurden viele Düngemittel und Pestizide für den Anbau des Rohstoffs verwendet. Das alles sind Dinge, die nicht umweltfreundlich sind. Die Entscheidung für natürliche Pflegeprodukte kann also eine nachhaltige Entscheidung sein, muss es aber nicht.’

Natürliche Pflege nicht unbedingt besser für die Haut?

Viele Anhänger wählen auch gerne natürliche Hautpflegeprodukte, weil sie glauben, dass dadurch das Risiko von Hautreizungen verringert wird. Aber ein Dermatologe in Mi vom Tisch: ‘Es gibt viele natürliche Produkte, die Reizungen verursachen können’. Dieser Dermatologe antwortet auf das Argument, dass manche Menschen Aluminiumsalz in Deodorants vermeiden wollen. Er hält das für übertrieben und sagt zu den Alternativen: ‘Aloe Vera kann genauso zu Reizungen führen wie das vieldiskutierte Aluminiumsalz in Deodorants’. Kurzum, die Welt der Kosmetika ist nicht so schwarz-weiß. Nicht alle synthetischen Inhaltsstoffe sind schlecht und nicht alle natürlichen Inhaltsstoffe sind gut für die Haut. Paulien: ‘Ich verstehe, dass dies für die Verbraucher sehr verwirrend sein kann.’

Die kostenlosen Apps, die ich standardmäßig auf meinem Telefon habe: Beat the Microbead, Clean Beauty, Think Dirty. Diese Apps helfen mir, nachhaltige Pflege zu finden.

Wie findet man also nachhaltige(re) Pflegeprodukte und Kosmetik?

Und doch kann man Shampoo, Tagescreme, Make-up und andere Brotaufstriche nachhaltiger auswählen, ohne die Zutatenliste zu verlängern. Paulien von Milieu Centraal und ich geben unsere Tipps:

  • Kaufen Sie von nun an alle Ihre Körperpflegeprodukte und Kosmetika ohne Mikroplastik. Ein guter Leitfaden ist die kostenlose App der Plastic Soup Foundation: Schlag die Mikroperle. Sie scannen die Zutatenliste eines Produkts und die App übernimmt die Recherche für Sie. Innerhalb von Sekunden können Sie sehen, ob das Produkt Mikroplastik enthält. Es lohnt sich wirklich, damit sofort zu beginnen. Mikroplastik ist ein großes Umweltproblem und kann sich auch auf unsere Gesundheit auswirken, denn man hat vor kurzem herausgefunden, dass wir Menschen haben Mikroplastik im Blut. Und leider ist Mikroplastik immer noch in vielen Produkten enthalten.
  • Kaufen Sie Schönheitsprodukte mit einem Siegel. Einige gute Labels, auf die Sie achten sollten, sind EU Ecolabel, Cosmos, Demeter, Nordic Swan Ecolabel, Natural Cosmetics Standard und NaTrue. Der Vorteil dieser Siegel ist, dass sie indirekt auch Mikroplastik ausschließen, da sie für nachhaltige, natürliche Körperpflegeprodukte stehen. Sie sind auf ein Label gestoßen, das Sie nicht sofort erkennen? Eine Übersicht über alle nützlichen Etiketten finden Sie im Keurmerkenwijzer von Milieu Centraal.
  • Wenn Sie sich eingehender mit der Liste der Inhaltsstoffe befassen möchten, können Sie die kostenlosen Apps Clean Beauty und Think Dirty herunterladen. Sie funktionieren ähnlich wie die Mikroplastik-App Beat the Microbead. Sie scannen die Liste der Inhaltsstoffe und erhalten dann eine Liste mit Warnhinweisen, wenn fragwürdige Stoffe gefunden werden.
  • Viele Schönheitsprodukte enthalten Palmöl. Die Meinungen über Palmöl gehen weit auseinander. Es gibt viele Missstände in der Palmölindustrie, aber ein Boykott dieses Inhaltsstoffs ist keine nachhaltige Entscheidung. Für Alternativen wie Soja-, Sonnenblumen-, Kokosnussöl oder Sheabutter werden oft viel mehr Anbauflächen benötigt (manchmal sogar fünf- bis zehnmal so viel Land). Und auch in anderen Pflanzenölbetrieben kann alles falsch sein, nur hört man nicht immer davon. Am besten wählen Sie nachhaltiges Palmöl mit einem RSPO-Siegel. Das erkennen Sie an einem Logo auf der Verpackung. Wenn das Logo fehlt, sagt das übrigens auch nicht immer etwas aus. Heutzutage wird in europäischen Produkten häufig besseres Palmöl verwendet.
  • Verwenden Sie keine Produkte mit Treibgasen wie Haarspray, Trockenshampoo und Deosprays. Treibgase in Kosmetika machen 5 bis 10% aller flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) aus. Das sind Stoffe, die Smog verursachen. Lesen Sie diesen ausführlichen Artikel mit Tipps, worauf Sie bei der Wahl eines Deodorants achten sollten, um nachhaltiger zu werden.
  • Wenn Sie ein Produkt mit einem Vegan-Siegel sehen, wissen Sie, dass es keine tierischen Bestandteile enthält, dass das Produkt und seine Bestandteile nicht an Tieren getestet wurden und dass bei der Herstellung oder dem Vertrieb des Produkts keine Tiere verwendet wurden. Ein Vegan-Siegel sagt nichts darüber aus, ob ein Produkt auf umweltfreundliche Weise hergestellt worden ist. Paulien von Milieu Centraal sagte: ‘Tierversuche für Kosmetika sind in den Niederlanden seit 1995 und in Europa seit 2004 verboten. Außerdem gilt seit 2013 ein Handelsverbot für (Inhaltsstoffe von) Kosmetika, für die vor kurzem Tierversuche durchgeführt wurden - auch wenn dies anderswo auf der Welt geschah. Damit wurden fast alle Tierversuche für Kosmetika in Europa beendet. Daher bedeutet der Begriff ’grausam-frei" nicht mehr viel.’
  • Seien Sie sparsam mit Produkten, die viele Lösungsmittel enthalten, wie z. B. Nagellack, Nagellackentferner, Parfüm und Aftershave. Auch diese Produkte tragen zur Smogbildung bei.
  • Wählen Sie auch Ihr Sonnenschutzmittel bewusster. Sonnenschutzmittel enthalten Stoffe, die sich auf das Leben im Wasser auswirken können, und leider enthalten sie allzu oft auch Mikroplastik. Lesen Sie diesen umfassenden Artikel mit Tipps, worauf Sie bei Sonnenbrand achten sollten.
  • Der vielleicht wichtigste Tipp kommt von Paulien: nicht mehr verbrauchen als nötig. Könnten Sie ein paar Tipps zur Aufbewahrung gebrauchen? Dann schauen Sie sich diese Liste mit praktischen Tipps an.
  • Starrt nicht blind auf die Verpackung, wenn ihr eine umweltfreundliche Wahl treffen wollt. Babette Porcelijn, in ihrem Buch Die versteckten Auswirkungen errechnet, dass Verpackungen relativ geringe Auswirkungen haben: nur 10% der Gesamtauswirkungen eines Produkts. Darüber hinaus haben Verpackungen oft eine Reihe positiver Eigenschaften, da sie Produkte schützen und ihre Entsorgung verhindern. Es ist auch nicht so, dass Glas und Papier zwangsläufig nachhaltigere Verpackungsmaterialien sind als Kunststoff. Recycelter Kunststoff, der sich gut recyceln lässt, ist eine ausgezeichnete nachhaltige Wahl.

Nachhaltige Pflege geht über natürliche Pflege hinaus

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass nachhaltige Pflege über natürliche Pflege hinausgeht. Es stimmt, dass nachhaltige Pflegeprodukte, die umweltbewusst hergestellt werden, oft natürliche Pflegeprodukte sind. Aber nicht alle natürlichen Hautpflegeprodukte sind nachhaltig. In der Schönheitsindustrie wird leider viel Greenwashing von Unternehmen, die sich mit dem Slogan der Nachhaltigkeit schmücken wollen. Wenn Sie sich für Pflegeprodukte mit nachhaltigen Labels entscheiden, die kein Mikroplastik enthalten (schauen Sie sich diese App an), und wenn Sie Ihre Produkte sparsam verwenden, haben Sie bereits einen sehr guten Schritt getan.

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Bildnachweis Hauptbild: Monstera (Pexels).

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Abbildung von Saskia Sampimon-Versneij

Saskia Sampimon-Versneij

Gründerin von thegreenlist.nl. Ihr Ziel: so viele Menschen wie möglich für ein nachhaltigeres Leben zu begeistern. Sas hat auch das Buch über nachhaltigen Lebensstil NIKS NIEUWS geschrieben.
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Gründerin von thegreenlist.nl. Ihr Ziel: so viele Menschen wie möglich für ein nachhaltigeres Leben zu begeistern. Sas hat auch das Buch über nachhaltigen Lebensstil NIKS NIEUWS geschrieben.

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