Wenn wir an Feigen denken, kommen uns meist die saftigen, reifen Feigen in den Sinn, die sich perfekt für süße und herzhafte Gerichte eignen. Aber wussten Sie, dass man auch aus grünen, unreifen Feigen etwas Tolles zaubern kann? In den Niederlanden bleiben Feigen oft grün und reifen nicht voll aus, aber das bedeutet nicht, dass sie unbrauchbar sind. Im Gegenteil: Grüne Feigen eignen sich hervorragend zum Kandieren, eine Delikatesse, die zu Desserts oder einer Käseplatte passt. In diesem Artikel verrät unsere Wildpflück-Expertin Katja Wezel von Wilderlust ein Schritt-für-Schritt-Rezept und praktische Tipps, wie Sie selbst loslegen können.
Grüne Feigen
Feigen sind eine der ältesten kultivierten Früchte und werden seit Jahrtausenden wegen ihres süßen Geschmacks und ihres Nährwerts geschätzt. Sie sind reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien und damit eine gesunde Ergänzung zu Ihrer Ernährung. In der mediterranen Küche werden Feigen häufig sowohl in süßen als auch in herzhaften Gerichten verwendet. Aufgrund ihrer zarten Beschaffenheit werden reife Feigen schnell verzehrt oder getrocknet, während die grünen, unreifen Feigen oft ungenutzt bleiben. Zum Glück gibt es großartige Möglichkeiten, das Beste aus diesen grünen Feigen herauszuholen, z. B. indem man sie kandiert.



Man kann auch grüne Feigen essen, zum Beispiel in Form von Kandis. Und das ist eine gute Nachricht für die Niederländer, denn in den Niederlanden reift eine Feige nur selten an einem Baum.
Feigen, eine vielseitige Frucht
Die Feige (Ficus carica) ist eine ungewöhnliche Pflanze, die im Mittelmeerraum beheimatet ist und schon seit Tausenden von Jahren existiert. Diese Pflanze kann zu einem kleinen Baum oder Strauch heranwachsen und ist für ihre charakteristischen handförmigen Blätter und süßen Früchte bekannt. Der Feigenbaum blüht meist im Frühjahr, wobei die Blüten in kleinen, unscheinbaren grünen Kugeln erscheinen, die sich später - im Spätsommer - zu Feigen entwickeln. In den Niederlanden kann die Feige in geschützten Gärten und an warmen Mauern wachsen, wo sie im Sommer und Herbst Früchte trägt. Mit dem zunehmend wärmeren Klima ist der Feigenbaum immer häufiger in niederländischen Gärten und Stadtparks zu sehen, wo er eine mediterrane Atmosphäre schafft und köstliche, essbare Früchte hervorbringt.

Rezept: kandierte grüne Feigen
Küchengeräte
- Geschirrspül- oder Latexhandschuhe
- große alte Pfanne
Zutaten
- 400 gr unreife grüne Feigen
- 1 Bio-Zitrone Saft und Schale = dünne Haut
- 600 gr Zucker
- Vanilleschote
- Zimtstange
- 2 zerdrückte Kardamomkapseln
- 2 Nelken
- 250 ml Wasser
Anleitungen
Vorbereitung
- Arbeiten Sie mit Spül- oder Latexhandschuhen, damit der reizende Milchsaft nicht auf Ihre Haut gelangt.
- Verwenden Sie eine alte Pfanne, da der Milchsaft der Feigen schwer zu entfernen ist.
- Waschen Sie die Feigen und schneiden Sie den oberen Teil ab. Mit einer Stricknadel oder einem Schraubenzieher einstechen. Legen Sie die Feigen 2 Stunden lang in kaltes Wasser.
Kochen
- Die Feigen in einen Topf mit frischem Wasser geben und 15 Minuten lang kochen.
- Abgießen und die Feigen in frischem, kaltem Wasser abkühlen lassen.
- Wiederholen Sie den 15-minütigen Kochvorgang und das Abkühlen in frischem Wasser ein weiteres Mal.
Sirup herstellen
- Den Zucker mit 250 ml frischem Wasser 5 Minuten lang aufkochen.
- Die abgekühlten Feigen hinzufügen und weitere 15 Minuten kochen.
- Vom Herd nehmen und die Feigen 12 Stunden lang in dem Sirup ziehen lassen.
Befüllen von Töpfen
- Nach 12 Stunden die Feigen in saubere Gläser verteilen. Den Sirup in der Pfanne lassen.
- In den Sirup die Schale von 1 Zitrone, 1 EL Zitronensaft, die Vanille und die Zimtstange, den Kardamom und die Nelken geben. Das Ganze etwa 10 Minuten einkochen lassen. Nach Belieben weitere Gewürze wie Sternanis oder Muskatnuss hinzufügen, um dem Ganzen eine besondere Note zu verleihen.
- Verteilen Sie den warmen Sirup über die Feigengläser. Darauf achten, dass die Feigen untergetaucht sind.
Notizen
- Für Desserts: in kleine Würfel schneiden und als Topping für Eiscreme oder Joghurt verwenden.
- Käsebrett: Schneiden Sie sie in dünne Bretter und kombinieren Sie sie mit verschiedenen Käsesorten für eine köstliche Kombination aus Süßem und Herzhaftem.
- In Salaten: fein hacken und für eine süße Note in den Salat geben.
Picking-Pause: Kennst du schon die Picking-Regeln für das Spiel?
Wildes Pflücken macht nicht nur viel Spaß (und schmeckt lecker!), sondern ist auch etwas, worüber man ein wenig Bescheid wissen sollte. In den Niederlanden ist es offiziell verboten, aber vielerorts wird ein Auge zugedrückt - solange man es richtig macht. Betrachten Sie die Natur als ein wunderbares Buffet, von dem wir alle kosten können, aber nur, wenn wir uns benehmen. Pflücken Sie also mit Liebe, nicht aus Gier. Möchten Sie mehr wissen? Lesen Sie die ungeschriebenen Regeln des Wildpickens. Wir haben es für Sie aufgelistet!
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Bildnachweis: Katja Wezel.











